Ankunft in Aktau und Regen

Nach dem etwas mehr als einstündigen Flug – Shaun, Cal und ich genossen alle viel Beinfreiheit auf Notausgangssitzen, wobei von sechs nur vier besetzt waren und wir entsprechend auch viel Armfreiheit hatten – landeten wir um 03:40 Ortszeit in Aktau, Kasachstan. Viel los war hier nicht, unser Flug war wohl der einzige, der um diese Uhrzeit ankam. So ging es ziemlich schnell durch die Passkontrolle – zumindest für mich – und auch unser Gepäck war schnell auf dem Förderband.

Da ich als erster von uns drei passierte, nahm ich alles Gepäck in Empfang und stellte es auf Rollwagen. Danach wartete ich auf die anderen beiden und fragte mich, warum es bei ihnen so lange geht. Es stellte sich heraus, dass sie beide in ein kleines Zimmer gebeten wurden, um darzulegen, was sie nachn Kasachstan einreisen, während ich nach einem Erklärungssatz am Schalter durchgewunken wurde.

Nach passieren des Zolls erwartete uns bereits der Fahrer, welchen Shaun für sich und mich via Hotelbuchung organisiert hatte. Nun kam eben noch Cal dazu. Das passte dem Fahrer anscheinend nicht so, doch er fand sich damit ab, uns zu dritt in die Stadt zu fahren – im von uns bestellten Van hatte es jedenfalls genügend Platz für uns alle samt Fahrrädern. Auf der Fahrt meinte er dann, er habe über eine Stunde gewartet und verlangte plötzlich mehr als das doppelte des vereinbarten Preises von 5500 kasachischen Tenge. Die Kommunikation gestaltete sich aber ein wenig schwierig, da er kein Englisch sprach und ich mit seinem Telefon und der darauf befindlichen Tastatur (war es kyrillisch?) nicht viel anfangen konnte, selber aber keinen Internetempfang hatte.

Wenn der Fahrer nur wüsste, dass wir drei gar nicht alle zur selben Unterkunft fahren wollen. Aber eines ums andere. Wir fuhren zuerst zu unserem Hotel, bevor dann Cal einen Weg fand, dem Fahrer klar zu machen, dass er selber woanders gebucht hatte. Der Fahrer gab sich dann auch mit insgesammt 9000 kasachischen Tenge zufrieden und wir verabschiedeten uns vorerst von Cal.

Beim Check-In erkärte uns die russischsprachige junge Dame – das mit GoogleTranslate übersetzte Kasachisch verstand sie offenbar nicht und auch auf meine Frage, wie man denn hier Hallo sagt antwortete sie mit dem russischen «Privet» – dass es von sieben bis zehn Frühstück gibt. Ich meinte schmunzelnd, dass wir in dem Fall nur noch eineinhalb Stunden warten müssten, denn es war inzwischen halb sechs Uhr morgens. Doch auch als ich das mit dem Telefon auf Russisch übersetzte, gab es keine Reaktion ihrerseits. Später meinte Shaun zu mir, dass er schon öfter die Erfahrung gemacht hatte, dass russische Frauen nicht so auf Geplänkel oder Humor reagierten. Selbst wenn sie etwas lustig fänden würden sie das nicht zeigen. So zumindest die Ehefrau eines guten Bekannten von Shaun. Ich bin ja mal gespannt, welche diesbezüglichen Erfahrungen ich in den Stans noch machen werde. Anna, die Russin in meinem Lieblingscafé in Tiflis, war jedenfalls ganz anders.

Als ich aufwachte, war bereits 13:30. Die Vorstellung, dass ich mit dieser langsamen Reise nach Osten und der schrittweisen Zeitverschiebung keinen Jet-Lag haben würde, bewahrheitete sich nicht wirklich. Oder zumindest fühlte es sich nicht so an. Mein Schlafrhythmus ist jedenfalls momentan völlig durcheinander. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn in ein paar Tagen muss ich die Grenze nach Usbekistan mit dem Zug passieren – die einzige Strasse ist an dieser Stelle gesperrt – und die Fahrplanmässige Abfahrt ist am Morgen um 04:34. Da mir empfohlen wurde, mit dem Fahrrad etwa 3h vor Abfahrt am Bahnhof zu sein wird das auch wieder eine kurze Nacht.

Auch jetzt finde ich es noch immer super doof, dass ich auf meiner Reise fliegen musste, bzw. dass das die beste der unbefriedigenden Optionen für mich war. Immerhin scheint mit meinem Fahrrad alles in Ordnung zu sein.

Es regnete so ziemlich den ganzen Tag heute und auch warm ist es nicht wirklich. Morgen soll der Regen aber vorbei sein bei immerhin 15 Grad Celsius.

Am Abend kurz vor dem Eindunkeln bin ich mit Cal zum Strand gegangen – vorher hatte ich das Hotelzimmer noch gar nicht verlassen. Danach sind wir in eine Bar bzw. in ein Pub in dem es anscheinend vegane Optionen gab und trafen dort auf Shaun und seine Freunde Luke und Sophie. Die beiden machen eine Reise von England nach Vietnam und zwar zu Fuss – unglaublich. Wer sich für sie interessiert findet hier Informationen:

Instagram: https://www.instagram.com/chubbytrekka

YouTube: https://youtube.com/@chubbytrekka?si=QUg0_0d8O_EAJ4UC

Zurück im Hotel packte ich endlich mein Fahrrad aus und schraubte wieder alles zusammen. Shaun tat dasselbe und wir waren bis spät in die Nacht damit beschäftigt.


4 Antworten zu «Tag 052 – Aktau (Ruhetag)»

  1. Avatar von 温欣
    温欣

    进度有点快啊

    1. Avatar von Jonas Müller
  2. Avatar von Yuxin
    Yuxin

    that bike unpacking looked very cool

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