Trocken, flach und windig
Heute Morgen ging wieder mal alles etwas länger, so startete ich erst um viertel nach elf. Der nette Herr vom Hotel gab mir noch jede Menge Wasser, Brot und Bonbons mit auf den Weg, so musste ich immerhin nicht mehr einkaufen gehen.
Bereits beim Start war es schon sehr warm, es fühlt sich nun (endlich) wie Sommer an!Nach wenigen Kilometern war ich wieder zurück auf der grossen Hauptstrasse, ab jetzt war die Navigation wieder sehr simpel: Geradeaus! Ein paar Jungs stoppten mich und wollten Selfies machen – da mache ich doch auch gleich eines mit ihnen.
Langsam merke ich ein paar Unterschiede zwischen Kasachstan und Usbekistan. Vor meiner Reise wusste ich nur, dass das eine Land viel grösser ist. Die Mentalität scheint aber auch leicht anders zu sein. Die Leute sind ein klein bisschen zurückhaltender, so mein Eindruck. Und hier fahren viele Leute Fahrrad – ich hatte etliche Einheimische radeln gesehen, von Schulkindern bis Greisen – das Fahrrad scheint hier noch ein übliches Fortbewegungsmittel zu sein. Vor Schulen sah ich beispielsweise regelmässig eine grosse Ansammlung an Fahrrädern.
Die Strasse war gut, doch auch heute war es wieder etwas eintönig. Dazu kam die Wärme und die Trockenheit. Sorgen, dass ich zu wenig trinke, musste ich mir keine machen, denn alle paar Minuten fühlte sich mein Mund so trocken an, dass ich weider einen Schluck nahm. Wirklich heiss fühlten sich die 32 Grad Celsius aber gar nicht an, denn der ständige leichte Gegenwind hatte immerhin den positiven Effekt, dass er kühlte.
Ganz so karg und verlassen ist es aber nicht mehr hier, es hat öfters kleine Läden am Strassenrand, in einem von ihnen kaufte ich mir zwei mal eineinhalb Liter Wasser, was umgerechnet etwas mehr als 30 Rappen kostete – das Preisniveau ist hier also auch nochmals tiefer als in Kasachstan.
Nach etwa 72 km wurde aus der vierspurigen Strasse plötzlich eine zweispurige und die Qualität des Rollbelags nahm sehr stark ab. Der Verkehr nahm dafür zu – das war der einzige etwas unangenehme Teil heute. So entschied ich mich, die grosse Strasse schon etwas früher zu verlassen. Die «Abkürzung» war qualitätsmässig noch schlechter, dafür hatte es kaum Verkehr.
Bald war ich wieder auf der ursprünglichen Route und jetzt kam langsam Stadt-Gefühl auf. Ausserdem war ich erstaunt, wie viele Flüsse es hier zu überqueren gab – auf einem sah ich sogar wettkampftaugliche Ruderboote. Bei meiner Unterkunft kam ich dann kurz nach 18 Uhr an. Das ist heute wieder eine Gastfamilie, allerdings hatte ich im Gegensatz zur letzten nicht viel Kontakt, es fühlt sich eher wie ein ganz normales Hotel oder Hostel an.
Gelaufen ist es mir heute gut, doch trotzdem bin ich ziemlich müde jetzt, an die Wärme muss ich mich wohl noch etwas gewöhnen. Mal schauen, wie ich mich morgen fühle.











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