Auf Wiedersehen Türkei – Hallo Georgien
Der letzte Tag in der Türkei fing schon mal super an: Als ich am Morgen das Fenster öffnete schien die Sonne und der Himmel war bis auf ein paar Schleierwolken blau. Nach dem Morgenessen ruhten wir uns nochmals kurz aus, bevor es dann losging. Oder fast: Bei Shaun’s vorderem Gepäckträger ware eine Schraube abgebrochen, das musste er reparieren, sonst konnte er nicht fahren. Mit zwei Kabelbindern war das Problem zumindest mal provisorisch gelöst und wir konnten um 11:40 doch noch abfahren.
Entlang der Schwarzmeerküste sahen wir viele Teeplantagen und in Fındlıklı auch eine Fabrik, in der der Tee anscheinend verarbeitet wird. Neben den Teeplantagen sahen wir auch immer wieder verschneite Berge im Landesinnern, während uns der Gegenwind entgegenschlug. Entweder schlechtes Wetter und Rückenwind oder gutes Wetter und Gegenwind scheint die Devise zu sein. Nach zwei Tagen mit viel Regen war das schöne Wetter aber definitiv ein Genuss.
Nach etwas mehr als 50 km oder etwa 12 km vor der georgischen Grenze sahen wir dann zwei andere Fahrradfahrer und natürlich sprachen wir sie sofort an. Es waren Shayenne und Lukas aus Deutschland, die mit ihren schwerbepackten Rädern ebenfalls Richtung Osten unterwegs waren.
Toll, wieder mal andere Leute zu sehen und so fuhren wir ab sofort zu viert weiter. Die Lastwagen standen schon seit etwa 20 km vor der Grenze an den Strassenrändern und nun standen sie Schlange, um die Grenze zu passieren. Wir überholten sie und wurden dann an der Grenze auch vorgelassen – ein Privileg dass man wohl nur als Fahrradfahrer hat. Es gab dann ein wenig Konfusion, wie der Grenzübertritt genau laufen sollte, wir wurden an einer Stelle wieder zurückgeschickt, um unsere Ausreise-Stempel in den Pässen abzuholen. Da ich aber mit der Identitätskarte und nicht mit dem Pass in die Türkei eingereist war, bekam ich dann doch keinen Stempel. Und nach etwas hin und her durfte ich dann doch noch ausreisen.
Hoffentlich schauen die in Georgien nicht auf die Stempel im Pass, dachte ich. Und so war es dann auch. Nachdem wir auch hier nicht so recht wussten, was zu tun war und 15 bis 20 Minuten in der falschen Kolonne angestanden sind wurden wir doch noch darauf hingewiesen, dass wir eigentlich woanders passieren mussten. Nämlich da, wo die Gepäckscanner sind. Uns schwante schon Übles, also dass wir alle Tasschen von den Fahrrädern hätten nehmen müssen, um diese durch den Scanner zu lassen. Doch ein Herr meinte, wir sollen einfach passieren. Und auch wenn er nicht von den Grenzbeamten war, versuchten wir das dann und so gingen wir nach Erhalt des Einreisestempels schnurstracks an den Scannern vorbei und wurden auch von niemandem aufgehalten. Die Fahrräder hätten ja eh nicht in die Scanner gepasst, vo daher was solls… 😉
Auf der georgischen Seite machten wir dann erstmals ein paar Fotos jnd fragten uns, warum da eine EU-Flagge war, bevor wir weiter Richtung Batumi fuhren. Für Shayenne und Lukas war Batumi auch erklärtes Etappenziel, Shaun und ich wollten dagegen noch etwas Richtung Goderdzi-Pass fahren. Lukas erzählte uns, dass zwei Fahrradfahrer vor zwei Tagen über diesen Pass gefahren waren und auch ich konnte mich an den Post im Gruppenchat erinnern, nur war mir beim lesen noch nicht bewusst, dass wir diesen Pass ebenfalls passieren würden. Oder zumindest wollten. Denn vor uns tauchte plötzlich ein Schild auf, dass der Pass gesperrt ist. Und nach langem werweisen entschieden wir uns schlussendlich, kein Risiko einzugehen und eben auch «nur» bis Batumi zu fahren. Statt auf der Passstrasse die ersten Höhenmeter zu sammeln, um morgen nicht die ganzen 2000 Höhemeter auf einmal zu haben waren wir nun doch noch im Getümmel des Stadtverkehrs angekommen.
So konnten wir immerhin Shayenne und Lukas nochmals sehen. Sie verrieten und, welches Hotel sie gebucht hatten und wir gingen an die gleiche Adresse. Als wir kurz vor 20 Uhr Ortszeit ankamen – die Uhren wurden heute wieder eine Stunde vorgestellt – waren Shayenne und Lukas noch nicht da – sie waren zuerst noch an den Strand gefahren – und es gab eine Verwechslung, weil die Dame beim Empfang dachte, wir wären die beiden Deutschen mit der Buchung. Wir hatten allerdings keine Buchung, doch zum Glück war genau noch ein Zimmer frei, welches wir uns schnappten. Den Abend liessen wir bei einem gemeinsamen Abendessen zur Feier der Ankunft in Georgien ausklingen und so hatten wir nochmals Zeit, uns auszutauschen – zum Glück, denn es gab so viel, worüber wir sprechen konnten.








































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