Es schneit… aber nur ein bisschen 🙂
Nachdem es gestern Abend etwas später wurde, wäre ich heute morgen am liebsten noch etwas länger im Bett liegen geblieben. Als ich jedoch in der Wettervorhersage sah, dass es ab11 Uhr in Araç eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf Regen gab und gleichzeitig in Taşkröpü für den späteren Nachmittag Regen angesagt war, dachte ich nur noch nichts wie los.
Nach dem Morgenessen musste Shaun noch die Bremsklötze an seinem Fahrrad wechseln, da die alten schon durch waren. In dieser Zeit unterhielt ich mich mit einem Herr des Öğretmenev, also unserer Unterkunft, und lernte dabei, dass es diese Lehrerhäuser, wie das direkt übersetzt heissen würde, überall im Land gibt und es die günstigste Art der Übernachtung ist, die ausserdem nicht nur Lehrern sondern auch uns zur Verfügung steht. Manche Unterkünfte sehen es anscheinend tatsächlich nicht so gerne, wenn sie den ganzen administrativen Aufwand für nur eine Übernachtung haben, aber prinzipiell sollten sie uns aufnehmen. So verstand ich das gesagte jedenfalls, so ganz sicher bin ich mir aber nicht, denn die Unterhaltung war auf Türkisch.
Allerdings schaffte ich es, dass der Herr probierte, das Öğretmenev in Taşkröpü für eine Reservation für uns anzurufen, aber leider nahm niemand das Telefon ab.
Um kurz nach 10 fuhren wir dann los und das Wetter schaute noch ganz gut aus. Es ging weiter den Berg hinauf bis zu einer Art Hochebene, wobei Ebene das falsche Wort ist, denn es ging ständig auf und ab. Kurz vor dem höchsten Punkt – mein GPS zeigte dort 1232 m.ü.M. an – fing es dann leicht an zu schneien. Entsprechend kalt war es auch, so dass wir uns gut einpackten für die kleinen Abfahrten auf der Hochebene aber natürlich auch für die grosse Abfahrt nach Kastamonu. Die 1232 m.ü.M. waren der höchste Punkt meiner Reise bisher und lösten den Twardiza Pass in Bulgarien als solchen ab. Allerdings war der Aufstieg hier sehr viel weniger Steil und somit angenehmer zu fahren. Auch angenehmer und weniger Steil als der letzte Pass hier in der Türkei auf der Etappe nach Yenice – der war übrigens auch schon höher als der Twardiza Pass fällt mir da gerade auf. Nur wie die beiden Pässe heissen weiss ich nicht – wir sahen nirgends ein Schild mit einem Namen, weder heute noch vorgestern.
Nach einer kurzen Einkaufs- und Verpflegungspause in Kastamonu machten wir uns auf, die letzten ca. 40 km abzuspulen. Sehr gerne wäre ich heute noch etwas weiter gefahren, aber wie schon bei der letzten etwas kürzeren Etappe war auch heute die Distanz zum nächsten Ort mit Aussichten auf eine Hotelübernachtung zu gross. So trafen wir bereits um 16:45 in Taşköprü ein und fuhren zuerst zum hiesigen Lehrerhaus. Leider hatte dieses aber keine freien Zimmer mehr. Ein netter Herr begleitete mich zum Hotel, welches unweit davon entfernt war. Doch auch dort wurden wir abgewiesen. Ich sprach noch etwas mit den Männern vor dem Lehrerhaus – Türkisch üben ist immer gut und macht auch voll Spass – und langsam verbessert sich auch meine Reaktionszeit, bis ich mich an die Wörter erinnern kann, welche ich mal gelernt hatte.
Die Männer empfohlen uns das Poyraz Hotel und dieses war nur ein paar hundert Meter entfernt. Hier hatten sie dann auch noch ein Zimmer für uns und nach erneutem Small Talk auf Türkisch gab uns der äusserst freundliche Herr an der Rezeption sogar noch einen grosszügigen Rabatt auf den Zimmerpreis. Erleichtert, dass es heute relativ rasch geklappt hat mit dem Hotel finden – wenn auch erst an der dritten Adresse – legte ich mich bereits kurz nach 17:30 Uhr auf mein Bett um etwas auszuruhen.
Der Pass heute war übrigens auch der höchste geplante Pass in der Türkei. Allerdings werden wir von meiner Planung etwas abweichen, da Shaun einen Freund hat, der etwas im Landesinnern Englischlehrer ist. Den gehen wir noch besuchen, was unsere Strecke um etwa einen Tag verlängert. Doch wenn es mein Freund wäre, würde ich den natürlich auch sehen wollen, wenn ich schon so nahe dran bin und ausserdem möchte ich auch weiterhin mit Shaun fahren. Ein höherer Pass ist nach Inspektion der neuen Route übrigens auch nicht in Sicht.












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Tag 058 – Kungrad – Nukus (110.17 km / 73 hm)
Trocken, flach und windig Heute Morgen ging wieder mal alles etwas länger, so startete ich erst um viertel nach elf. Der nette Herr vom Hotel gab mir noch jede Menge Wasser, Brot…
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Tag 057 – Beineu – Kungrad (Zug)
Ankunft in Usbekistan Beim warten am Bahnhof redete ich mit einigen kasachischen Leuten, obwohl reden wohl das falsche Wort ist. Mittels Händen, Füssen und natürlich GoogleTranslate war ein gewisser Austausch aber möglich….
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Tag 056 – Usturt – Beineu (91.46 km / 148 hm)
Heute: Rückenwind Gestern Abend habe ich noch lange mit den Kindern gespielt, vor allem der jüngste kam immer wieder zu mir. Verstanden haben wir uns zwar nicht, aber herumblödeln kann man ja…


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