Kultureller Austausch in Amasya
Heute morgen hatten wir wieder einmal Zeit so richtig auszuschlafen.
Nach dem Morgenessen war es bereits 11:30 und wir trafen uns mit Ibi. Er nahm uns mit zur Schule, wo er Englischlehrer ist. Obwohl heute die Schule aufgrund eines aktuellen Ereignisses ausgefallen war, waren trotzdem viele Schüler vor Ort. Sie waren gespannt darauf, uns zu treffen.
Solch einen kulturellen Austausch finde ich super und die Kinder waren so niedlich und neugierig und man sah Ihnen die Freude richtig an, sich mit uns zu unterhalten. Hoffentlich gibt es ihnen auch Motivation, fleissig Englisch zu lernen, denn die Kommunikation war natürlich nicht ganz einfach. Diese Erfahrung zeigte ihnen bestimmt, dass Englisch eben schon ganz nützlich sein kann. Doch was wirklich zählt sind nicht Worte sondern das Funkeln in Ihren Augen und auch die Überwindung der anfänglichen Schüchternheit. Schliesslich sind Shaun und ich ganz normale Menschen wie alle anderen auch – auch wenn sie uns natürlich nicht so behandelten.
Jemand sagte mal, dass man den Zustand eines Landes am besten daran erkennen kann, wie die Kinder in dem Land sind. Und so gesehen geht es – zumindest nach dem Eindruck von heute – der Türkei sehr gut! Die Kinder hier sind gemäss meinem Eindruck aufgestellt, intelligent und lebensfroh. Und natürlich voller Energie. Da war schon gewaltig was los im Klassenzimmer mit geschätzt 20-30 Kindern.
Nach der Frage-Antwort-Runde strömten alle Kinder auf den Pausenplatz hinaus und jetzt wurde diese Energie beim Fussball und Volleyballspiel in Bewegung umgesetzt. Fussball war sowieso das Thema Nummer 1 – alle wollten wissen, ob ich denn Fenehrbaçe oder Galatasaray unterstützen würde. Da ich kein Fussballfan bin konnte ich nicht so gut mitreden, entschied mich aber zur Freude einiger der Kinder für Fenehrbaçe.
Besonders gerührt war ich, als ein Junge mir unbedingt ein kleines Spielzeug-Auto schenken wollte. Auch Shaun erhielt eines, was uns beiden nicht ganz recht war. Aber ich werde dies nun mitnehmen als gute Erinnerung an die Zeit hier.


Nach dem Schulsbesuch fuhr uns Ibi zur Burg von Amasya. Von hier hatten wir einen wunderbaren Blick über die Stadt. Allzu viele Informationen zu Bau und Geschichte fanden wir allerdings nicht. Eindrücklich war es aber sehr.



Nach dem Fussmarsch wieder zurück im Hotel war nochmals ausruhen angesagt – und dann gibt’s ja noch eine Steigerungsform von Ausruhen – in der Türkei heisst die Hamam! Der Yıldız Hamamı gleich neben unserem Hotel wurde bereits im 13. Jahrhundert gebaut und ist somit um die 800 Jahre alt. Und wir machten gleich das ganze Programm mit Sauna, Körper abreiben / waschen lassen und Massage. Das war sehr wohltuend und passte perfekt in unseren Ruhetag!
Am Abend trafen wir uns dann nochmals mit Ibi und zu uns gesellte sich noch einer seiner früheren Schüler. Die Lehrer-Schüler-Beziehung scheint hier schon deutlich anders zu sein als in der Schweiz. Zumindest war das im Fall von Ibi und seinen Schülern anders, als ich es aus der Heimat kenne.
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