Samarkand

Heute Morgen kurz vor neun klopfte der Hotelier an mein Zimmer und meinte ich müsse das Zimmer verlassen. Ich war schon auf und mich am vorbereiten, doch das war doch etwas früh. Ich liess mir Zeit und ass noch etwas, doch um 09:15 war ich dann bereit, um loszufahren. Doch dann fragte ich noch nach, ob ich die Registrierungsbestätigung haben kann. In Usbekistan ist es so, dass man mindestens alle drei Tage einen solchen Zettel sammeln sollte, um zu beweisen, wo man war, wenn man das Land verlässt. Der Typ brauchte ewig, bis er mir das Dokument geben konnte, der macht das wohl nicht regelmässig. So konnte ich schlussendlich erst um zehn vor zehn losfahren.

Kaum fünf Kilometer gefahren stoppte mich ein Mann und wollte mit mir ein Foto machen und natürlich wissen, woher ich bin. Danach schien er mich noch zum Tee einladen zu wollen, doch da ich spät abgefahren war und noch Zeit in Samarkand haben wollte, lehnte ich ab.

Nach etwa einem Drittel der Strecke machte ich bei einem kleinen Laden an der Strasse Pause. Nach dem Einkauf setzte ich mich auf eine Bank und ein Mann – sein Name war Fazleddin – setzte sich zu mir. Er fragte zuerst ob ich Russisch kann. Als er etwas enttäuscht schaute, weil ich verneinte meinte ich, dass ich ja einige Sprachen kann, aber eben kein Russisch. Irgendwie fanden wir dann heraus, dass er Türkisch kann, da er einige Jahre in Istanbul gelebt hat. Türkisch und Usbekisch sind sowieso verwandt, da gibt es viele Wörter, die ähnlich oder sogar gleich sind. So konnten wir uns dann doch noch einigermassen unterhalten, wobei mein Türkisch schon noch sehr stark verbesserungsfähig ist. Für eine einfache Unterhaltung ist es aber mehr oder weniger gegangen.

Bevor ich weiterfuhr machten wir noch ein Foto zusammen, wobei sich ganz viele Kinder von der nahen Schule zu uns gesellten. Ihr Lehrer, der gerade mal 20 Jahre alt ist, sprach gutes Englisch mit mir, wenn auch nur ein paar Sätze, denn ich war am gehen.

Die Strecke ging nun weg von der grossen Strasse, auf der ich seit gestern unterwegs war und über kleine Hügel ständig auf und ab, aber in der Tendenz nach oben. Denn Samarkand ist auf etwas über 700 m.ü.M. gelegen. Der Tag fühlte sich wieder etwas lange an, doch schlussendlich kam ich im Verkehr der doch recht grossen Stadt an und war dann bald beim Apartment, wo ich heute schlafen darf.

Odette, welche ich in Buchara auf der Tour kennengelernt hatte, mietet hier für ein paar Tage eine Wohnung und meinte es wäre doch doof, wenn ich noch Geld ausgeben würde für ein Hotel, denn im Apartment hat es noch ein zweites Zimmer, welches sie nicht braucht. Vielen Dank für die kroatische Gastfreundschaft hier in Usbekistan :-).

Als ich ankam, war sie nicht zu Hause, hatte jedoch den Schlüssel gelegt. Ich duschte kurz und ging dann noch auf Entdeckungstour, um einige der Sehenswürdigkeiten noch zu sehen, bevor es dunkel wurde.

Nach der Tour ist vor dem Essen und heute gab es wieder touristische Restaurants mit einer Auswahl an veganen Speisen. Mit vollem Bauch ging ich zurück zum Registan-Platz, dem wohl berühmtesten Wahrzeichen von Samarkand. Odette sagte mir, dass es eine Lichtshow gibt und so trafen wir uns da, um das Spektakel gemeinsam zu betrachten.

Es war schön, Odette wieder zu sehen und ausserdem war die von ihr gemietete Wohnung auch gleich auf der anderen Strassenseite vom Registan-Platz aus, keine fünf Minuten zu Fuss. So endet wieder ein ereignissreicher Tag. Ob ich morgen wohl auch das Gefühl habe, einen Ruhetag hinter mir zu haben?


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