Die Schlucht des «Filyos Çayı» und Safranbolu – es geht aufwärts!
Nachdem wir heute Morgen von der Ihlamur Terrasse wieder runter nach Yenice gefahren waren, war es bereits nach 11 Uhr. Das Morgenessen begann zu meinem Erstaunen erst um neun – wir waren zu früh da – und bis wir dann bereit waren und abfuhren, dauerte es auch noch ziemlich lange.
Der Höhepunkt, der auf dem heutigen Programm stand war Safranbolu, eine sehr touristische Stadt mit altem Kern bestehend aus Holzhäusern. Die Stadt wurde sogar zum UNSECO Welterbe ernannt. Doch um dahnin zu gelangen, ging es zuerst durch eine spektakuläre Schlucht hindurch – was für eine positive Überraschung. Auf das eiserne Tor an der Serbisch-Rumänischen Grenze hatte ich mich schon im Voraus gefreut, doch das hier kam völlig unerwartet und war genauso eindrücklich. Wie auch beim eisernen Tor gab es auch hier viele Tunnels, doch die hier waren beleuchtet. Rein Landschaftlich erinnerte mich die Region auch an Südfrankreich, es sah etwas ähnlich aus wie auf dem zweiten Teil der «Route des Grandes Alpes». Es war allerdings ziemlich kühl – der Wetterbericht sagte sogar eine gewisse Chance für Schnee in Safranbolu voraus – doch so weit kam es nicht. Auch wenn ein paar Mal – wie schon an den Tagen zuvor – ein paar Regentropfen zu spüren waren, es regnete nie richtig. Und es schneite auch nicht.
Nach gut drei Stunden waren wir in der Weltkulturerbe-Stadt. Um dorthin zu gelangen, mussten wir allerdings einen steilen Anstieg von etwa 300 Höhenmetern überwinden. Die 300 Höhenmeter kamen mir irgendwie bekannt vor, da war doch was gestern… Ich meinte zu Shaun, dass sich der Aufstieg hoffentlich lohnen wird, und das war dann auch so. Ein schmuckes kleines Städtchen erwartete uns und wir assen in einem Restaurant mit Sicht auf die historischen Bauten ein spätes Mittagessen.
Als Tagesziel hatte ich die Stadt Araç ins Auge gefasst, denn auf GoogleMaps sah es so aus, als ob es da etliche Hotels geben würde und uns ein Abenteuer wie gestern erspart bleiben würde. Von Safranbolu waren es noch ziemlich genau 60 km bis dorthin. Nach dem Mittagessen und der Stadtbesichtigung war es bereits nach 16 Uhr und wir mussten uns auf den Weg machen, um nicht allzu spät anzukommen.
Zum Glück hatten fanden wir eine sehr gute Strasse mit wenig Verkehr vor und dazu hatten wir erst noch relativ lange Rückenwind. So rollte es zügig weiter Richtung Osten, auch wenn es stets leicht nach oben ging. Irgendwann kehrte der Wind, jetzt zogen sich die Kilometer doch noch etwas in die Länge.
Kurz nach Sonnenuntergang aber noch bei vollem Tageslicht kamen wir in Araç an und fragten uns, welches wohl das günstigste Hotel ist. Ein paar einheimische gaben uns einen Hotelnamen an, welchen wir auf der Karte auch schon erspäht hatten, also gingen wir mal vor Ort, um mehr herauszufinden. Es stellte sich heraus, dass das Hotel geschlossen hatte, doch zum Glück fuhr gerade ein Mann vorbei, welcher die Situation sofort verstand und uns weiterhelfen wollte. Er telefonierte für uns lange, scheinbar ohne Erfolg. Dann meinte er, er zeige uns ein anderes Hotel in der Nähe, also fuhren wir ihm nach. Da angekommen stellte sich heraus, dass es da keinen Platz für uns gibt, wieso genau hatte ich nicht verstanden. Da einige andere Unterkünfte Studentenwohnheime waren so wie gestern, blieb schlussendlich nur eine einzige Unterkunft übrig. Es tönte so, als ob sich der nette Helfer ziemlich für uns einsetzen musste, denn er telefonierte wieder und diskutierte ziemlcih lange.
Wenn ich das richtig verstanden habe, nahm diese Unterkunft im Normalfall niemanden für nur eine Nacht auf. Da wir keine anderne Möglichkeiten hatten, machten sie aber netterweise eine Ausnahme für uns. Es war kein privates Hotel, sondern eine staatliche Unterkunft – wie genau das organisiert ist, weiss ich aber nicht. Wir fuhren wieder etwas mehr als 2 km zurück, zuerst den Berg runter und danach auf einen Hügel hinauf zum schlussendlich höchsten Punkt des Tages. Nun war es bereits dunkel, die ganze Aktion hatte uns mehr als eine Stunde gekostet. Und erinnerte mich daran, warum ich gerne im Voraus Übernachtungen buche, wie ich es bis Istanbul gemacht hatte. Nach einem langen Tag auf dem Fahrrad noch mehr als eine Stunde in der Kälte warten und suchen, mit der Ungewissheit, ob es wirklich klappt, ist schon etwas mühsam verglichen mit zum gebuchten Hotel fahren, einchecken und gut ist. Und das ganze klappte ja auch nur dank der Hilfsbereitschaft dieses netten Mannes.
Wenn wir in Zukunft am Morgen etwas früher los fahren, haben wir auch noch etwas Puffer, den wir heute genauso gebraucht hätten wie gestern. Hoffentlich klappt das in Zukunft besser.





























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