Die Wüste will nicht enden
Heute morgen bin ich um halb acht mit Fahrrad und Gepäck zu einem Restaurant gegangen um zu Frühstücken und dann von dort um 07:55 losgefahren.
Ich hatte etwas Respekt vor den bevorstehenden fast 150 km und den 800 Höhemetern bei hohen Temperaturen, also ging ich es ganz gemütlich an. Langsam war es aber nicht, mit kaum Kraft in den Pedalen kam ich super gut vorwärts. Es war fast windstill und der wieder höhere Luftdruck in den Reifen half wohl auch. Echt seltsam, dass ich die Luft nicht früher nachfüllte, den Gedanken hatte ich schon seit langem.
Ich nahm mir auch vor, genügend Pausen zu machen und heute setzte ich diesen Vorsatz auch tatsächlich um. Nach zwei Stunden gemütlich und entspannt treten machte ich die erste Pause. Am Strassenrand hatte es immer wieder Schattenspendende Unterstände mit Sitzgelegenheit, ich nehme an es sind Busstationen.
Danach ging’s weiter auf der breiten Strasse, wobei ich eine Spur quasi nur für mich hatte und auch auf den anderen beiden Spuren nicht viel Verkehr war. Ich war eben heute nicht mehr auf der G312, die nach Lanzhou führt, sondern auf einer Provinzstrassen, der S316 und der S308. Zumindest meistens, den einen kurzen Abstecher auf kleine Nebenstrassen und entlang eines Bewässerungskanals gab’s auch noch.
Neben dem Kanal machte ich nach 4 Stunden auch die zweite Pause. Das war wenige Kilometer vor dem grössten Anstieg des Tages, etwa 400 Höhenmeter, also die Hälfte der Höhenmeter am heutigen Tag, ging’s hoch auf 2170 m.ü.M.. Der Anfang des Aufstiegs war der erste Moment, in dem mir richtig heiss war. Die Strasse verlief durch eine Art «hohle Gasse» und war entsprechend vom Wind abgeschirmt. Fahrtwind gabs auch nicht, deshalb fühlte es sich so heiss an. Und es war gefühlt auch wieder mitten in der Wüste. Wo keine künstliche Bewässerung stattfindet ist es noch immer sehr trocken in dieser Gegend.
Auf dem Weg nach oben erreichte ich die 6h-Marke, also machte ich nochmals eine Pause. Das war keine hundert Höhenmeter vor dem höchsten Punkt und ich hätte wohl durchfahren können, doch wie erwähnt wollte ich den Vorsatz mit den Pausen heute wirklich umsetzen. Und geschadet hat’s bestimmt nicht.
Ein paar Kilometer nach dem höchsten Punkt kam mir ein kurzes «oh nein» hoch, denn die Strasse vor mir war gesperrt. Ich dachte aber sofort, dass die beiden Strassenarbeiter mich bestimmt durchlassen würden, denn mit dem Fahrrad kommt man ja fast überall durch. Und so war es auch. Sie meinten nur ich soll vorsichtig sein und langsam fahren. Ersteres machte ich dann auch.
Mit dem langsam fahren hatte ich aber nicht so viel am Hut, denn es war eine tolle Abfahrt – auf einem Schild war sie mit 23 km Länge angegeben, wobei ich die letzten drei aber noch für morgen spare – und ich hatte die Strasse fast komplett für mich alleine. Es kamen mir auf den 20 Kilometern nur ein Auto und zwei Lastwagen entgegen. Und so rollte ich mit kaum treten und fast Ruhepuls oft mit 40-50 km/h den Berg herunter bis zu meiner Unterkunft, welche ich um 15:45 Uhr erreichte. Strassenarbeiten sah ich übrigens keine, nur eine zweite Sperre am Ende der angeblichen Arbeiten.
War also gar nicht so eine Sache diese knapp 150 km heute. Was mir auffällt ist, dass die Etappen, vor welchen ich am meisten Respekt habe oft gefühlt nicht die schwersten sind. Wohl weil ich besonders gut auf mich aufpasse, sprich besonders darauf schaue schön langsam zu fahren, genug zu trinken und zu essen und genügend Pausen zu machen. Könnte ich eigentlich auch bei den kürzeren, weniger anspruchsvollen Etappen machen. Daran arbeite ich noch. Zu wissen was gut für mich ist und dies dann auch wirklich zu machen ist halt nicht dasselbe, das kennt wohl jeder. Bei mir z.B. auch das früh schlafen gehen. Na dann: Gute Nacht.














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