Wieder einmal Gegenwind
Heute morgen fuhr ich um zehn Uhr los. Nach einer kurzen Steigung folgte eine Abfahrt durch eine sehr schöne Felslandschaft. Nach wenigen schnellen Kilometern kam dann aber bereits der lange Anstieg. Für die nächsten 40 Kilometer ging’s immer weiter nach oben bis auf ca. 2150 m.ü.M. und da ich starken Gegenwind hatte dauerten diese 40 Kilometer eine gefühlte Ewigkeit.
Kurz vor dem höchsten Punkt traf ich Gabriel aus München, der auf seiner Fahrrad-Weltreise schon über 30 Tausend Kilometer gefahren ist und nun quasi auf dem Heimweg ist. Wir hatten uns ein bisschen ausgetauscht, als plötzlich ein chinesischer Fahrradfahrer auftauchte. Wir machten das obligate Selfie zu dritt, ich sprach ganz kurz mit ihm und dann fuhr der Chinese weiter. Mit Gabriel hätte ich mich noch stundenlang unterhalten können, wir verabschiedeten uns sicher dreimal und fingen dann doch wieder mit was Neuem an. Irgendwann, ich glaube es war sicher eine Stunde verstrichen, gelang es uns dann doch noch einen Schlussstrich zu ziehen.
Ab jetzt ging’s für mich nur noch bergab. Am Anfang etwas steiler, doch je länger je mehr abflachend, so dass ich aufgrund des Gegenwindes trotz Gefälle ziemlich in die Pedalen treten musste. So zogen sich die etwa 70 Kilometer doch noch ziemlich hin und langsam merkte ich, dass ich letzte Nacht nicht besonders gut geschlafen hatte. So machte ich etwa 20 km vor Schluss nochmals eine längere Pause, bevor ich das letzte Stück zum Hotel ganz geduldig und langsam zu Ende kurbelte, wo ich kurz nach 19 Uhr ankam.
Die Rezeptionistin meinte dann Ausländer dürfen hier nicht übernachten, worauf ich sie bat, die Polizei anzurufen und um Hilfe zu bitten. Denn seit 2024 müssen alle Hotels in China Ausländer aufnehmen. Bald waren dann zwei Polizisten vor Ort und halfen ihr, meine Registrierung korrekt durchzuführen. Danach war alles ok und ich durfte bleiben. Ich kriegte sogar ein Zimmerupgrade – so könne ich mein Fahhrad besser abstellen. Mir solls recht sein.
Nun bat sie mich um ein paar Fotos, damit sie ein TikTok-Video mit mir posten konnte. Der Gast, der half, die Bilder zu machen, wollte dann prompt auch noch ein Foto mit mir.
Zum essen ging ich in die Altstadt bzw. ins Zentrum wo es sehr viele Restaurants hat – eine Strasse voll davon. Als ich fertig gegessen und schon bezahlt hatte, quatschten mich 2 Chinesen um die 50 an. Sie baten mich, mich zu ihnen zu setzen, worauf ich ein Getränk spendiert erhielt. Als ich dann wirklich gehen wollte, wollten auch die beiden noch Fotos mit mir machen und meinten, ich könne doch mit TikTok-Videos Geld verdienen und verglichen mich mit einem super erfolgreichen chinesischen Fahrrad-Influencer. Ich winkte ab. Der Wirt wollte dann auch noch ein Foto mit mir worauf die beiden nur meinten: «siehst du, wie beliebt du bist?». Schön und gut, doch so wurde es noch später als es eh schon war und ich war erst kurz vor Mitternacht zurück im Zimmer.

























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