Zurück auf dem Fahrrad
Als ich heute morgen losfuhr und dabei herzlich verabschiedet wurde – oder besser gesagt am Mittag, war es bei der Abfahrt doch schon fast halb eins – fühlte ich mich richtig frisch. So frisch habe ich mich auf dem Fahrrad schon lange nicht mehr gefühlt. Die Abfahrt war zwar wieder etwas spät, doch immerhin hatte ich nach der langen Fahrradpause alles feinsäuberlich gepackt und bin auch noch zum Fahrradmechaniker gegangen, weil ich neue Pedalen gekauft hatte und die alten so stark hielten, dass ich sie mit meinem kleinen Werkzeug nicht losschrauben konnte. Leider wurde ich etwas übers Ohr gehauen, denn für den Pedalwechsel von 5 Minuten bezahlte ich 30 Yuan RMB. Dafür könnte man hier eine Mahlzeit bestellen oder eine halbe Stunde Taxi fahren. Und kurz nachdem ich wieder im Hotel war sah ich sogar die Nachricht, das jemand sein Fahrrad flugfertig verpacken liess für 30 Yuan – dabei ist das abschrauben der Pedalen nur einer von vielen Schritten. Aber was solls – auch daran werde ich nicht verarmen.
Die Stadt fühlte sich immer noch gleich gross an wie ich sie von der letzzen Etappe in Erinnerung hatte – auch nach fast 15 Kilometern war ich noch umgeben von Hochhäusern. Das änderte sich dann ziemlich abrupt nach etwa 39 Kilometern, als nach einer Kreuzung praktisch nur noch Sand und Stein zu sehen war.
Davor, nämlich nach knapp 30 Kilometern, hatte ich meinen ersten Platten seit Istanbul und den dazumals neu gekauften Reifen. Wie sich der riesige Eisenspan in meinen Pneu verirrt hat, bleibt mir ein Rätsel, aber nach dem ich einen 20 cm hohen Absatz heruntergefahren war, hatte ich ziemlich schnell nicht mehr viel Luft im Reifen. Ich hatte wohl sozusagen den Nagel bzw. Span auf den Kopf getroffen mit dem kleinen Sprung. Der Span steckte so stark fest, dass ich froh war, dass ein Früchteverkäufer der gleich nebenan war mir eine Zange ausleihen konnte, um ihn herauszuziehen.
Die ganze Flickaktion kostete mich wohl mehr Energie als gedacht, denn ab jetzt fühlte sich nichts mehr leicht an. Mein Puls war ebenfalls sehr hoch trotz kaum spürbarer Anstrengung. Ich hatte wohl zu wenig gegessen / getrunken, obwohl ich dem Früchteverkäufer zuckersüsse Aprikosen abgekauft hatte. Nach einem Boxenstopp beim nächsten Laden und dem Süssgetränk, das ich dort kaufte und trank, ging’s wieder etwas besser.
Bis ich beim Hotel ankam war ich aber wieder ziemlich müde, was natürlich auch an den etwa 35 Grad gelegt haben könnte. Im Hotel wurde ich freudig empfangen und sogleich stand ich Model für das nächste Tiktok-Video der Chefin. Und genau dasselbe passierte mir dann auch im Restaurant nebenan. Immerhin bin ich nicht allzu spät – kurz nach sechs – angekommen, so sollte genug Zeit für die Erholung bleiben bis morgen.















-

Tag 142 – Nanjing (Ruhetag)
Schweiss und Besucher in Strömen Heute Morgen versuchten wir nochmals Billete für die Gedenkhalle für die Opfer des Massakers von Nanking durch japanische Invasoren zu reservieren. Allerdings hatten wir wie schon gestern…
-

Tag 141 – Nanjing (Ruhetag)
Veganes Buffet und Stadtmauer Nach dem ausschlafen – so richtig klappte das nicht, es wurde zu früh hell und laut – und bestaunen der Aussicht vom 25. Stock unserer Unterkunft nahmen wir…
-

Tag 140 – Dingcheng – Nanjing (143.40 km / 1045 hm)
Vom Schweissbad in den Regen Die ursprüngliche grobe Planung war erst Morgen in Nanjing anzukommen. Doch so wie die Hotels gelegen waren bietete es sich an, heute eine etwas weitere Strecke zu…


Schreiben Sie einen Kommentar