Ein bisschen wie in der Schweiz – aber eben doch immer noch China

Heute ging die Reise weiter und zwar durften wir die Schönheit des Sayram Sees nochmals geniessen. Schon eine spezielle Atmosphäre, vor allem mit dem Spiegelglatten Wasser, welches eben auch wie ein Spiegel reflektiert. Wir fuhren dem See entlang und hielten immer wieder an, um die Landschaft wieder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen – genauso wie die vielen anderen Touristen hier. Dabei gehört auch hier in China das Schiefern (Steinehüpfen) zu den Standard-Aktivitäten an einem so schönen, ruhigen See.

Kaum hatten wir den See verlassen, sah die Landschaft komplett anders aus und wir waren gefühlt mitten in den Bergen. Die Landschaft erinnerte mich – wie schon der letzte Teil des Sees – stark an die Schweiz. Hier enthält die grosse Autobahn auf der wir später auch noch fahren würden einen grossen Bogen welcher als Kehrtunnel dient, wie ich ihn sonst nur bei der Eisenbahn gesehen hatte. Eden hatte hier die Möglichkeit zu einem kurzen Ausritt zu Pferd, welchen er sichtlich genoss.

Mit der Durchfahrt durch den Kehrtunnel und im weiteren Verlauf der Autobahn nach Süden verloren wir viele Höhenmeter und nachdem es am morgen noch etwas frisch war, wurde es nun wieder sehr warm.

Auf dem Weg nach Yining machten wir noch einen Stopp bei einem Lavendel-Feld. Anscheinend gibt’s hier nach der Provence und einem Ort in Frankreich am drittmeisten Lavendel auf der Welt. Das duftete herrlich und sieht erst noch schön aus – ein perfekter Touristenmagnet.

Beim Hotel in Yining angekommen verliess ich die Familie von Yanan und verbrachte den Abend mit Xiangning, wie Suliya ebenfalls ein Freund von Lijun, der aber vor einer Woche nicht hier war – er hattte die Festtage genutzt, um mit der Familie nach Schanghai zu reisen. Ich freute mich, dass wir uns heute treffen konnten und dass ich neben ihm auch noch seine Frau und seine Tochter kennenlernen durfte. Er lud mich in ein Restaurant ein, welches bekanntermassen viele vegane Optionen hat und es war auch sehr sehr lecker. Nach dem Essen gingen wir dann noch einen Spaziergang machen und dabei sah ich, was es in China in jeder Stadt gibt: Tanzen auf einem öffentlichen Platz.

Auch wenn Xinjiang und Yining spezielle Orte sind, so ist es eben noch immer China und hat entsprechend auch viele chinesische Attribute. Der Austausch mit Xiangning war sehr interesant und gab mir nochmals eine neue Perspektive auf das Leben in China. Es ist echt spannend zu sehen, wie die rasante Entwicklung sowohl technisch wie auch gesellschaftlich hier voranschreitet, denn jedes Mal wenn ich wieder in China bin, erhalte ich wieder eine neue Momentaufnahme, welche sich von der letzten unterscheidet. Ein kleines Detail: Xiangning lässt sein Auto selbst parkieren, denn falls so ein Kratzer oder noch schlimmeres passieren würde, würde der grosse, bekannte Elektroautohersteller für den Schaden aufkommen. Wenn er selbst parkiert und etwas passiert muss er es auch selbst bezahlen. Was vor einiger Zeit nur in Agentenfilmen zu sehen war und als ziemlich unrealistisch erschien ist hier also bereits Realität.


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