Schweiss und Besucher in Strömen
Heute Morgen versuchten wir nochmals Billete für die Gedenkhalle für die Opfer des Massakers von Nanking durch japanische Invasoren zu reservieren. Allerdings hatten wir wie schon gestern keinen Erfolg. Da man auch nicht mit einer Reisegruppe oder so durch Bezahlung von Geld an Tickets kommen kann, blieb uns nichts anderes übrig, als auf den Besuch verzichten zu müssen. Ich werde wohl in der Zukunft nochmals hierher kommen, denn Jiabin war auch noch nie hier – am besten wenn es etwas weniger heiss ist! Stattdessen blieben wir im Bett liegen bis 13 Uhr. Das hat gut getan, auf der anderen Seite wollte ich aber doch auch noch etwas unternehmen hier. Um 13:30 brachen wir doch noch auf.
Da wir gestern Abend schon nur ein paar Früchte gegessen hatten, brummte langsam der Magen und wir machten uns auf zu einem vegetarischen Restaurant, welches aber leider am Nachmittag bis 17 Uhr geschlossen war. Hätten wir auch online herausfinden können. Wir gingen zurück zur U-Bahn, neuer Plan war der Besuch des Sun Yat-sen Mausoleums sowie des Ming Xiaoling Mausoleums. Vor Ort gibt’s bestimmt auch etwas kleines zu essen.
Wir fuhren mit zwei Elektrorollern inklusive Fahrern von der nächstgelegenen U-Bahn-Station aus zuerst durch die Stadt und dann durch einen schönen und erfrischend kühlen Wald bis zum Fuss des Berges den es zu erklimmen galt. Hier fanden wir Snacks und etwas zu trinken und machten uns dann auf den Weg zum Sun Yat-sen Mausoleum. Es war wieder richtig heiss und so floss der Schweiss bald in Strömen. Auch die Besucher flossen in Strömen, obwohl man für den Eintritt zum Mausoleum reservieren muss, wenn auch kostenfrei. Das Zeitfenster unserer Reservation war schon durch und so leuchtete am Barcode-Scanner ein rotes X auf, als ich mein Handy hinhielt. Der Herr, der vor Ort zum Rechten sorgte war aber gerade mit anderen Besuchern beschäftigt und so ging ich einfach durch – Wenxin tat es mir gleich. So genau nimmt man es hier glücklicherweise nicht.
Nun galt es, sehr viele Treppenstufen zu erklimmen, worauf wir komplett vom Schweiss durchtränkt waren. Dafür gab’s als Belohnung nicht nur das Mausoleum zu sehen, sondern auch eine hervorragende Sicht auf die Stadt, oder zumindest auf einen Teil der knapp 10-Millionen-Metropole.
Als Zweites ging ich zum Ming Xiaoling Mausoleum, der Grabstätte des Gründer-Kaisers der Mingdynastie, in welcher Nanjing zeitweise Hauptstadt Chinas war. Wenxin wartete auf mich, denn seine Füsse, mit denen er schon seit längerem Probleme hat, schmerzten. Zum Glück beeinträchtigen die Probleme das Fahrradfahren nicht. Allzu viel hat er nicht verpasst, denn auch wenn hier fast 10 Franken Eintritt verlangt wurde gab’s nicht sonderlich viel zu sehen und auch keine Aussicht erwartete mich. So musste Wenxin nicht lange warten, bevor er einen kleinen Elektroroller mietete, mit dem wir zurück zur U-Bahn-Station fuhren.
Beim zweiten Versuch war das 30 Minuten entfernte Restaurant nun geöffnet und wir genossen leckeres Essen. War zwar etwas teuer für chinesische Verhältnisse, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Und verglichen mit schweizer Preisen war’s immer noch halb so teuer, von daher wieso auch nicht.
Zurück im Hotel nahm ich mir endlich wieder mal Zeit zum Videotelefonieren mit meinen Eltern. Seit dem letzten Mal ist es schon lange her und so kurz vor dem Ziel machte es mir grosse Freude, mich wieder einmal mit ihnen auszutauschen.

























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