Mitten in den Bergen angekommen
Heute morgen habe ich mir wieder einmal Zeit gelassen, denn für heute waren nur knapp 80 km geplant, alles langsam ansteigend mit total 914 hm. So voll erholt fühlte ich mich nicht, keine Ahnung woran das lag, vielleicht war es auch nur im Kopf. Jedenfalls war heute eh wieder ein Tag für aktive Erholung, den morgen werde ich etwas mehr Kilometer und Höhenmeter machen.
Nachdem ich den Hotelbetreiber noch gefragt hatte, ob er ein günstiges Hotel in Qiaoerma kenne und dieser meinte ich soll einfach vor Ort schauen fuhr ich um etwa 11:15 los. Jiabin hatte Online nur Angebote ab knapp 50 CHF gefunden, was für China etwas viel ist – bisher bezahlte ich meist deutlich unter 20 CHF.
Die Landschaft wurde während des Tages je länger je schöner, es ging auch von einer touristischen Sehenswürdigkeit zur nächsten und hatte entsprechend viel Verkehr. Mit der Polizei hatte ich auch heute nicht viel zu tun, gestoppt wurde ich nie und auch meinen Pass musste ich nie zeigen. An einer Stelle hielt ein Polizist jeden Autofahrer an und im vorbeifahren hörte ich, wie er den Fahrern sagte, sie sollen vorsichtig fahren. Das Verständnis für Sicherheit ist in dieser Kultur anscheinend etwas anders als bei uns.
Gross Pausen machte ich nicht heute, einzig bei einem Aussichtspunkt stoppte ich kurz und sah unten im Tal eine ziemlich grosse Gruppe Fahrradfahrer, allerdings auf einer Strasse, die ich nicht befuhr. So war ich bereits um kurz nach 16 Uhr in Qiaoerma. Die dunkeln Wolken hatte sich zum Glück noch nicht in Regen umgewandelt. Ich quartierte mich im ersten Hotel ein, welches ich fand – es gibt insgesamt auch kein grosses Angebot, denn Qiaoerma ist nur eine Ansammlung von einigen wenigen Häusern – und bezahlte knapp 35 CHF und somit etwa doppelt so viel wie für die bisher teuerste Unterkunft in China. Bergpreise eben, denn hier bin ich auf 2318 m.ü.M. – doch immer noch günstiger als die Angebote die Online zu finden waren.
Ich ruhte mich zuerst aus – da regnete es auch plötzlich ziemlich stark – und ging dann etwas essen. Nach dem Essen fragte mich eine ältere Dame auf der Strasse, wo ich einquartiert bin, sie suche noch ein Zimmer. Ich führte sie zu meinem Hotel, doch der Chef meinte es sei alles ausgebucht. Das ist wohl bei allen Unterkünften hier so, denn als ich zu einem Laden ging um mich noch mit Getränken für morgen einzudecken sah ich, dass in den vielen parkierten Autos zu 90% Leute sassen, wobei sich einige von Ihnen schon auf die Nacht vorzubereiten schienen. Da hatte ich also nochmals grosses Glück gehabt, dass ich so früh ankam und ein Zimmer ergattern konnte. Und der Preis ist halt Markgerecht, da spielen Angebot und Nachfrage auch in China. Im Zelt wäre natürlich als Notlösung auch gegangen, aber es wird in der Nacht hier noch ziemlich kühl und ich schlafe sowieso besser im Hotel.
Gute Erholung scheint mir insbesondere wichtig, weils morgen auf einen Pass auf knapp 3500 m.ü.M. geht und insgesamt etwas mehr als 130 km auf dem Programm stehen. Das ist die Distanz zum nächsten Ort und dazwischen gibt es anscheinend nichts ausser Berge und Natur – darauf freue ich mich! Diese Hochstrasse, welche heute eröffnet wurde (Saison ist je nach Jahr und Wetter Ende Mai / Anfang Juni bis September / Oktober) ist in China sehr beliebt, deshalb hat’s auch so viele Autos hier – alle wollen die Strasse befahren, sobald sie eröffnet wurde. Jiabin sagte mir sogar, sie habe heute von Stau auf dieser «Duku Hochstrasse» genannten Strecke gelesen. Mal schauen, ob ich morgen auch andere Fahrradfahrer treffen werde.























-

Tag 142 – Nanjing (Ruhetag)
Schweiss und Besucher in Strömen Heute Morgen versuchten wir nochmals Billete für die Gedenkhalle für die Opfer des Massakers von Nanking durch japanische Invasoren zu reservieren. Allerdings hatten wir wie schon gestern…
-

Tag 141 – Nanjing (Ruhetag)
Veganes Buffet und Stadtmauer Nach dem ausschlafen – so richtig klappte das nicht, es wurde zu früh hell und laut – und bestaunen der Aussicht vom 25. Stock unserer Unterkunft nahmen wir…
-

Tag 140 – Dingcheng – Nanjing (143.40 km / 1045 hm)
Vom Schweissbad in den Regen Die ursprüngliche grobe Planung war erst Morgen in Nanjing anzukommen. Doch so wie die Hotels gelegen waren bietete es sich an, heute eine etwas weitere Strecke zu…


Schreiben Sie einen Kommentar