Wenn das Fahrradfahren schon fast zur Nebensache wird…
Nachdem ich gestern erst um etwa 04:30 schlafen gegangen bin stand ich heute doch bereits um 09:30 auf, viel Schlaf hatte ich also nicht. Beim Morgenessen erfreute ich mich ab der grossen Auswahl an Gemüse – einen so farbenfrohen Teller hatte ich vor dem Start in die Etappe bisher noch nie.
Nach dem Frühstück probierte ich mich nochmals etwas zu entspannen und auszuruhen, so fuhr ich schlussendlich erst um 12:40 los. Geplant war für heute eine eher kurze Etappe bis Yining. Meine Freundin Lijun, welche ich im Jahr 2010 kennen gelernt hatte, kommt von hier und sie hat mir angeboten, dass ich bei ihren Eltern übernachten darf.
Schon gestern Abend und auch heute war es sehr offensichtlich, dass ich nun in China war, der Unterschied zu Kasachstan ist doch ziemlich gross. Einerseits sind die Schilder hier nicht mehr auf Kasachisch und Russisch sondern in dieser Provinz auf Chinesisch und Arabisch angeschrieben, andererseits sehe ich hier keine alten Autos. Nicht wenige, sondern wirklich keine.
Nach wenigen Kilometern traf ich Ganibet, ein in China geborener Kasache. Seine Eltern wohnen in Korgas, er selbst ist Student in Ürümqi. Wir fuhren zusammen ein paar Kilometer, wobei er äusserst kommunikativ war und ständig auf gleicher Höhe mit mir fuhr um mit mir zu sprechen.
Nach etwa 11 Kilometern kam die erste Passkontrolle auf der Strasse. Ich musste auf die Autobahn und dort meinen Pass zeigen und Auskunft geben, wohin ich fahre und was meine Pläne sind. Nach etwa fünf Minuten durfte ich weiterfahren, als alles im Computer registriert war.
Bereits nach 20 Kilometern kam die nächste Kontrolle, hier dauerte diese aber nur etwa eine Minute. Der Polizist machte ein Foto meines Passes und schaute mein vor 2 Jahren abgelaufenes altes Visum an, dann gab er mir den Pass zurück, ohne das aktuelle Visum gesehen zu haben. So schlimm sind diese Check-Points also gar nicht, es habe sehr stark gebessert seit vor 7, 8 Jahren hatte mir auch Mathis gestern gesagt.
Ganibet verabschiedete sich schon bald und ich fuhr wieder alleine. Ich merkte die Müdigkeit doch ansonsten fühlte ich mich gut. Kurz nach 17 Uhr war ich bei der Adresse, die mir Lijun geschickt hatte. Dort angekommen erhielt ich aber die Nachricht, dass ihre Eltern nun bei ihrer neuen Wohnung seien, sie dachten ich hätte dort mehr Platz, insbesondere auch für mein Fahrrad, also fuhr ich nochmals knapp fünf Kilometer bis zur neuen Wohnung.
Lijuns Eltern hatten die Wohnung vor 2 Jahren gekauft, aber die alte noch nicht verlassen, weil ihr Vater in der Nähe arbeitet. Nachdem ich geduscht hatte gingen wir zusammen essen in ein Restaurant in der Nähe. Danach fragte mich Lijuns Mutter, ob ich Lust auf einen Spaziergang hätte. Da ich sehr viel gegessen hatte dachte ich das kommt gerade gelegen. Was ich als kurzen Spaziergang verstand entpuppte sich als mehr als 10 km lange Strecke und das brauchte entsprechend Zeit. Als es dunkel wurde sah ich eine weitere Spezialität Chinas: die vielen Lichter der Stadt im allgemeinen und des Laternenfestivals im speziellen.






























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