Es läuft wieder…
Heute morgen bin ich schon früh aufgewacht. Doch bis ich dann aus dem Bett gekommen bin ist es doch wieder ziemlich lange gegangen. Vielleicht brauche ich mehr als nur einen Tag Erholung dachte ich noch. Aber egal, einfach losfahren und schauen, wie’s geht.
Kurz vor halb zehn habe ich das dann auch gemacht. Und es ging von Anfang an sehr gut. Ok, die ersten Meter waren noch leicht abfällig, doch auch als es ganz leicht Anstieg ging es noch gut und zügig vorwärts. Ich musste wohl Rückenwind haben, dachte ich. Doch als ich die Bäume und Gräser neben der Strasse beobachtete, schienen sich diese keinen Millimeter zu bewegen. Es war also windstill.
Schon nach wenigen Kilometern hielten mich zwei Kasachen und ein Russe an. Nach kurzem Austausch schenkten sie mir eine Flasche Wasser – danke dafür. Auch essen wollte der Russe mir noch schenken – ein Somsa – doch als ich sagte dass ich «vegetarianski» bin, nahm er es wieder zurück.
Nur wenige Kilometer später hielt mich ein Lieferwagen an und wollte mir ebenfalls Wasser schenken. Ich wollte eigentlich ablehnen, denn ich hatte ja schon im Hotel alle meine Flaschen aufgefüllt und schon eine zusätzliche Flasche geschenkt erhalten. Doch meine abwehrenden Bewegungen schienen nichts zu bringen, der junge Herr drückte mir einfach zwei Flaschen Mineralwasser in die Hände. Vielen Dank. Irgendwie konnte ich auch die verstauen.
Die Strecke führte weiter einige Kilometer nördlich einer Bergreihe entlang und es sah ziemlich düster aus. Für 14 Uhr war auch Regen in der Prognose. Also fuhr ich ohne Pause weiter, ich dachte ich mach dann Pause, wenn es regnet.
Die ersten Tropfen – und nun auch starker seitlicher Wind – kamen erst etwa 20 km vor der heutigen Ankunft. Aber so richtig regnen wollte es auch nicht. Also fuhr ich weiter. Schlussendlich kam ich um viertel nach vier bei meinem Hotel an, ohne eine richtige Pause gemacht zu haben und auch ohne Nass zu werden. Die paar Tropfen hie und da verdunsteten schnell wieder. Doch kaum angekommen, fing es richtig an zu regnen. Also schon wieder Glück gehabt mit dem Wetter. Und die Erholung scheint auch gewirkt zu haben! Mit den doch frischen Beinen kam ich locker und schnell ans Ziel. Ich musste einzig aufpassen, dass ich nicht zu schnell fuhr, zeitweise packte es mich richtig und mein Puls schoss nach oben. Auch ein Anzeichen, dass ich erholt war, denn in den letzten Tagen hatte ich nie so einen hohen Puls, dafür schwere Beine. Das merke ich erst jetzt im Nachhinein.






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