Durch eine Wasserlandschaft in die Tofu-Stadt
Für heute war wieder Regen prognostiziert und während dem Frühstück regnete es auch tatsächlich. Doch bis wir um 09:40 bei angenehmen 29 Grad losfuhren waren die Strassen bereits wieder trocken. Bald gab es dann aber doch noch ein paar Tröpfchen. Nicht so, dass wir nass wurden, sondern angenehm kühl. Ich wurde etwa gleich nass wie an den letzten Tagen aber schwitzte einfach weniger.
Heute waren wir je länger je mehr von Wasser umgeben, das Gegenteil von Wüste sozusagen. Ich wartete darauf, dass Wenxin zu Mittag essen will, doch er liess sich dabei ziemlich viel Zeit, die letzten Tage war er jeweils früher hungrig.
So assen wir erst nach etwa 70 Kilometern. Das «wenig scharf» fiel leider vor allem scharf aus und nicht so viel wenig, so dass ich etwas an meine Grenzen kam. Lecker war es trotzdem.
Nach dem Essen hatten wir nicht mehr so viele Kilometer, allerdings hätte es noch eine direktere Route gegeben, wenn dort die Strasse nicht weggeschwemmt worden wäre. Zuerst an Reisfeldern entlang konnten wir bald beobachten, wie hier mit Dronen gedüngt wird. Das recht grosse Flugobjekt kann gemäss Angabe des Bauern bis zu 100 kg transportieren. Danach fuhren wir durch schier endlose Felder wo hunderte Leute tausende Wassermelonen ernteten, bis wir zu einem Fluss kamen, welchen wir mit der Fähre überquerten. Meine erste Fähre seit Istanbul, Kostenpunkt 1 RMB, also etwa 12 Rappen, pro Fahrrad.
Mit der Überquerung des Flusses verliessen wir offiziell den Norden Chinas (Nudeln und gedämpftes Brot) und kamen im Süden (Reis) an. Doch heutzutage gibt’s natürlich überall alles zu essen. Über einige Brücken erreichten wir danach die antike Stadt Shouxian. Bevor wir zum Hotel gerade ausserhalb der Stadt fuhren besuchten wir den dortigen Konfuzius-Tempel.
Um kurz vor 18 Uhr checkten wir dann doch noch im Hotel ein. Ich war froh, anzukommen, denn am Nachmittag war ich ziemlich müde. Vielleicht lag’s am scharfen Essen oder dass ich zu viel gegessen hatte, immerhin fühlte ich mich bei der Ankunft schon wieder etwas besser. Das warme Wetter ist für den Körper wohl noch immer eine Belastung, auch wenn ich mich beim Schwitzen gar nicht so unwohl fühle.
Am Abend gingen wir auf Empfehlung des Hoteliers nochmals in die Altstadt zum essen. Auf dem Weg machten wir ein paar Fotos der Stadtmauer und konnten auch eine typisch chinesische Tanzgruppe mit genauso typisch übersteuertem Verstärker beobachten. Die Stadt ist bekannt dafür, dass hier Tofu erfunden wurde und entsprechend gab’s Tofu in den verschiedensten Formen, z.B. als Wasserblume. Mit vollem Bauch ging’s durch die lichterfrohe Altstadt zurück zum Hotel.





































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