Schon fast zu Hause angekommen

Ursprünglich wollte ich heute etwas weniger weit fahren, doch es schien mir Sinn zu machen, direkt nach Luoyang zu fahren. So können wir am Abend Freunde treffen und das Wetter würde gemäss Vorhersage auch nicht so brütend heiss werden, das sollte also passen. (Mein Wettrglück erstaunt mich immer wieder – ein paar Tage bevor ich in Xi’an war wars dort 41 Grad, als ich da war noch aushaltbare 36 Grad).

Kurz vor halb sieben starteten wir vom Hotel aus, einige Meter später dann bereits der Frühstückshalt.

Bei angenehmer Temperatur fuhren wir aus der Stadt, wobei es von Beginn weg leicht Anstieg. Eine Strasse war entgegen der Information auf Amap gesperrt, doch die Umfahrung nicht weit. Meine Beine waren von Anfang an etwas müde, so fuhr ich automatisch im tiefen Pulsbereich – doch wie soll ich so etwa 130 km fahren? Wenxin sagte mir hingegen seine Beine fühlten sich heute wieder viel besser an als gestern. Ich hatte mich noch gewundert, wie er gestern gefahren war, hatte er doch vorgestern über 180 km zurückgelegt.

Die Antwort auf die vorherige Frage: Auf den Atem achten und entspannen. Nicht zu viel denken. Bald war es sehr dunstig, es fühlte sich fast ein wenig wie Nebel an und war entsprechend kühl. Zwar hatten wir Gegenwind, doch geduldig kurbelten wir weiter Richtung Osten. Die Strecke ging auf und ab und so sammelten wir doch ein paar mehr Höhenmeter als ich erwartet hatte.

In einem kleinen Städtchen verschlangen wir zu zweit eine ganze Wassermelone – sie war zwar nicht besonders gross aber dafür umso süsser. Und die Flüssigkeit konnten wir auch brauchen. Die Sonne war nun rausgekommen und meine Kleider trieften vor Schweiss.

Auch war ich etwas müde, wohl tatsächlich nicht mein bester Tag heute. Nach einer Mittagspause im Restaurant und einer grossen Portion Nudeln ging’s aber wieder ein bisschen besser.

Auch der Gegenwind war grösstenteils weg, doch nun erreichte mich aus Luoyang die Information, dass dort gerade ein sehr starkes Gewitter niederprasselt. Etwa 30 km vor dem Ziel spürten auch wir ein paar Tropfen, doch nach Konsultation des Regenradars entschieden wir, einfach weiter zu fahren. Wir waren ja eh schon fast da. Und es blieb tatsächlich bei den paar Tropfen.

Die Strassen in Luoyang waren noch gezeichnet vom Gewitter, die Temperatur relativ angenehm – angeblich 32 Grad – und wir erreichten unser Hotel kurz nach 16 Uhr bei Sonnenschein. Kaum eingecheckt regnete es draussen wieder. So ist das eben, wenn man vom guten Wetter begleitet wird – danke an wen auch immer hier das Wetter macht.

Nun hatte ich Zeit, mich auszuruhen und ich schlief sogar ziemlich tief für eine Weile, bevor wir uns kurz nach sieben mit Laojun, einer der besten Freundinnen Jiabins, und ihrem Mann trafen. Wir gingen zusammen Essen und ich genoss die familiäre Atmosphäre sowie natürlich das gute Essen. Anschliessend spazierten wir an einigen Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang Richtung Hotel, als wir von Starkregen überrascht wurden. So nahmen wir für den restlichen Rückweg ein kleines Tuk-Tuk-ähnliches Gefährt und kamen noch einigermassen trocken an. Ganz im Gegensatz zu Laojun und ihrem Mann, welche von unserem Hotel aus noch vier Kilometer mit dem Elektroroller durch den strömenden Regen nach Hause fuhren.

Echt wunderbar, bereits in Luoyang angekommen zu sein, schon fast zu Hause! Von hier sind es nur noch etwas mehr als 30 km zu Jiabin’s Eltern! Das ganze fühlt sich zeitweise auch etwas surreal an – bin ich tatsächlich so weit mit dem Fahrrad gefahren? Ja! Irgendwie bin ich bereits am Ziel angekommen und der Rest bis Schanghai ist noch Zugabe, die Möglichkeit, diesen Erfolg noch so richtig zu geniessen und auszukosten. Mal schauen, ob sich das dann auch tatsächlich so anfühlen wird.


Ein Kommentar zu «Tag 130 – Sanmenxia – Luoyang (129.13 km / 991 hm)»

  1. Avatar von Jiabin
    Jiabin

    哇!!!那么多好吃的!!!果然,我还是觉得洛阳舒服!

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