Regen-Meditation…

Heute morgen klopfte es um 09:10 an der Zimmertür und Shaun und ich waren beide noch im Bett, nicht wirklich die Frühaufsteher – die Nachricht war klar, Checkout wäre um 09:15. So schnell war ich dann doch nicht aber so um kurz nach halb zehn hatte ich alles gepackt und das Zimmer verlassen. Shaun war deutlich schneller als ich…

Da es im Lehrerhaus hier kein Morgenessen gab, gingen wir ins nächstgelegene Restaurant und bestellten etwas warmes zu Essen. Das war eine gute Entscheidung, denn es regnete und die Vorhersage war auch für den ganzen Tag regnerisch.

Bis wir dann doch noch losfuhren war es bereits etwa 11:15 – der Regen war zu diesem Zeitpunkt nur leicht. Deshalb beschloss ich, meine Regenhose noch nicht anzuziehen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Auch wenn der Regen nur leicht war, fing ich bald an leicht zu frieren. Shaun ging es genau so und so machten wir nach 28 km eine Pause in einem Café. Hier war es schön warm, ich glaube die Klimaanlage war auf 30 Grad eingestellt, was sie natürlich nicht ganz schaffte. Das warme Getränk und die Wolldecke halfen mir, mich schnell wieder wohl zu fühlen. Mein Fahrrad hatte ich dabei die ganze Zeit im Blick, auch wenn hier wohl niemand etwas damit anzufangen wüsste.

Bevor es weiterging zog ich nun doch noch die neue Regenhose an, welche meine liebe Jiabin mir nach Istanbul gebracht hatte. Bezahlt hatte sie diese mit dem Gutschein von meinen Bbc-Kollegen – vielen Dank nochmals für das grosszügige Geschenk, ich konnte es heute definitiv bestens brauchen. Auch die neue Rahmentasche, die ich seit Istanbul habe ist übrigens von dieser Geschekkarte bezahlt. Und seither flattert mein Fahrrad nicht mehr so komisch wie das mit der alten Rahmentasche der Fall war. Canyon macht ja super Fahrräder, aber beim Zubehör gibt’s noch etwas Verbesserungspotenzial. Die Rahmentasche ging nach etwa zwei Wochen, als ich in Serbien war, bereits kaputt. Das und weil sie sich immer wieder vom Rahmen löste – das QuickLock-System ist zwar eine coole Idee aber funktioniert nicht wirklich gut – waren die eigentliche Gründe, eine neue zu kaufen. Dass das Schwabbeln oder Flattern – freihändig fahren war definitiv unmöglich – nun auch vorbei war ist umso besser.

Bei all dem Regen hatte ich heute sogar noch ein bisschen Spass – eigentlich noch lustig so im Regen zu fahren dachte ich. Und solche Tage gehören definitiv auch zum Abenteuer. So lange mir nicht kalt ist, stört mich der Regen auch nicht wirklich. Und dank der neuen Regenhose hatte ich nun angenehm warm und konnte mit dem Reissverschluss der Regenjacke schön die Temperatur einstellen.

Eigentlich wollten wir nach zwei Dritteln nochmals eine Pause machen, doch nun wollte ich gar nicht mehr anhalten, solange mir warm war. Und Shaun ging es genau gleich. So machten wir ab, dass wir bis nach Trabzon durchfahren. Ausserdem hörte nach etwa 80 km der Regen auf. Die letzten etwa 20 Kilometer waren dann dichter Städteverkehr, was mich unweigerlich an Istanbul erinnerte. Ganz so gross ist Trabzon nicht, doch mit über Achthunderttausend Einwohnern doch auch schon eine grössere Stadt. Nachdem Shaun bei einer Autowaschanlage sein Fahrrad vom Schlamm befreite – die Strassen waren teils sehr schmutzig, doch meine Schutzbleche hielten den Dreck von meinem Fahrrad fern – waren wir um kurz nach halb sechs bei unserem Hotel.

Ach ja, zum Glück hatten wir den ganzen Tag wieder Rückenwind – sonst wär’s nicht nur unangenehmer geworden sondern hätte auch noch etwas länger gedauert.


2 Antworten zu «Tag 042 – Espiye – Trabzon (102.28 km / 373 hm)»

  1. Avatar von Jiabin
    Jiabin

    你们太厉害了,现在天气对你们都产生不了很大的影响了😉💪🏼 !果然,没有不好的天气,只有不合适的衣服😄。(现在有没有体会到我有时候说的,想淋一下雨的想法,哈哈!)

  2. Avatar von 温欣
    温欣

    千万避免失温,容易出危险

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