Twardiza Pass
Was ich gestern ganz vergessen hatte zu erwähnen: Die Strassen waren sehr gut. Und das war auch heute wieder so! Letzte Nacht hatte ich wieder eine dieser Nächte, in denen ich immer wieder aufwache. So brauchte ich heute morgen etwas länger, bis ich bereit war. Eigentlich wollte ich noch zu einem Aussichtspunkt gerade hinter dem Haus, doch da die Zeit fortgeschritten und das Wetter auch nicht super war – es nieselte zwischendurch – verzichtete ich darauf.
Um 09:30 ging’s dann los. Zuerst ein bisschen auf und ab bis zum Ort Elena. Das zog sich mehr in die Länge als ich gedacht hatte, ich hatte es aber wohl einfach falsch in Erinnerung.
Ab Elena ging die Steigung so richtig los, und zwar Richtung Twardiza Passes (bulg. Twardischki Prochod/Твърдишки проход), der den kürzesten Balkanpass von Nord- nach Südbulgarien darstellt. Verkehrsarm war er auch noch, entsprechend war er perfekt geeignet für mich. Und dass die Strasse gut war erwähnte ich ja schon ;-). Und das Wetter hielt übrigens auch: Die Strassen waren zwar nass und fühlten sich klebrig an, doch ausser ein paar einzelnen kleinen Tröpfchen während dem Aufstieg blieb es trocken.
Der Pass war ziemlich unscheinbar, zuerst ging’s relativ steil hoch auf eine Art Hochebene, da ging’s wieder ein bisschen rauf und runter, bis zur finalen Steigung: Auf etwas mehr als 9 km ging’s alles durch den Wald hoch bis ca. 1060 m.ü.M. Schnee hatte es zum Glück nicht, doch kühl war es schon. Der lange Aufstieg war übrigens mehr eine mentale Angelegenheit als wirklich eine körperliche Herausforderung. Ich stellte ihn mir als unglaublich lange vor und meinte zumindest nach der Hälfte der 9 km eine Pause zu brauchen. Doch in meinem für mich gemütlichen Tempo kurbelte ich die Strasse hoch und bei der Hälfte angekommen fühlte ich mich noch frisch und fröhlich und so zog ich ohne Pause bis zum höchsten Punkt durch.
Oben angekommen zog ich mich nur kurz warm an und startete sofort mit der langen Abfahrt. Auch die zog sich hin und wartete mit einigen kleinen Gegensteigungen auf. Doch landschaftlich war es interessant.
In Twardiza angekommen ging’s nun dem Gebirge entlang alles Richtung Osten bis Sliven. Und da von genau daher der Wind kam und es wiederum etwas auf und ab ging, kam ich teilweise kaum vorwärts. Zum Glück ging’s insgesamt mehr nach unten, so zeichnete sich je länger je mehr ab, dass ich auch heute, trotz für die lange Etappe spätem Start, mein Etappenziel noch am späten Nachmittag erreichen würde.
In Sliven ging’s dann ungefähr im rechten Winkel weiter nach Süden. Mit nun Seitenwind fuhr es sich wieder deutlich besser, allerdings hatte diese Strasse sehr viel Verkehr. Die Bulgaren waren aber auch heute wieder gnädig mit mir und überholten zu allermeist mit grossem Abstand, so dass ich mich einigermassen wohl fühlte. Nach einer Autobahnauffahrt hat der Verkehr deutlich abgenommen, dafür kam nochmals eine letzte Steigung vor Yambol. Da diese wieder etwas mehr Richtung Osten gerichtet war, musste ich mich noch ein letztes Mal für heute in Geduld üben bei Fast-Stillstand. Aber auch dieser Hügel war schlussendlich schnell vorbei und kurz darauf um kurz nach 17 Uhr war ich bei meiner Unterkunft in Yambol.
Nun bin ich schon fast an der türkischen Grenze und morgen überquere ich diese schon! Das fühlt sich irgendwie noch unreal an und das muss ich zuerst einmal etwas sacken lassen. Dafür habe ich die ganze Nacht Zeit….


























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