Es rollt wieder…

Nach dem kurzen Abstecher nach Kroatien stand heute bereits die nächste Grenze bevor – und diesmal musste ich zum ersten Mal einen Ausweis zeigen. Doch die Einreise nach Serbien funktionierte einfach: ID zeigen bei der Ausreise, ID zeigen bei der Einreise, fertig. Erst später merkte ich, dass ich nicht mal die Sonnenbrille abgenommen hatte. Der serbische Beamte sagte sogar noch «Have a nice trip!». Lustigerweise fuhr auf der Brücke zwischen Kroatien und Serbien ein BMW mit Aargauer Nummernschild an mir vorbei.

Auf Serbien habe ich mich sehr gefreut, denn ich hatte schon sehr viel Gutes gehört. Weil das Land politisch etwas kontrovers diskutiert wird, nahm es mich umso mehr wunder, es selbst zu erleben. Und obwohl ich hohe Erwartungen hatte wurde ich nicht enttäuscht: Die Leute sind sehr freundlich, alle Fahrradfahrer grüssten mich und eine Frau hat sogar aus dem Schrebergarten gewunken, als ich vorbei fuhr. So fühlte ich mich sofort willkommen.

Die Strassen waren auch den ganzen Tag gut. Oft auch auf dedizierten Fahrradwegen. Einzig grad nach der Einreise nach Bačka Palanka, kurz nach Novi Sad und einige Kilometer vor Belgrad war ich auf grossen Strassen mit teilweise sehr viel Verkehr und insbesondere Lastwagen, die extrem nahe überholten. Dies auch auf der einzigen erwähnenswerten Steigung von 185 Höhenmetern. Und auch erst etwa 15 km vor Belgrad hatte es wieder Nebenstrassen mit wenig Verkehr oder ab 11 km vorher einen separaten Radweg.

Das Wetter war wieder schön und heute auch warm, so dass ich vor der Steigung die langen Kleider auszog und fortan mit kurzer Hose und Kurzarm-Trikot fuhr. Das erhöhte den Spass zusätzlich. Auch der Wind war heute etwas abwechslungsreicher, gefühlt hatte ich sogar mehrheitlich Rückenwind. So kam ich super voran, bei tiefem Puls – die Lektion hatte ich inzwischen gelernt. Und ausser einer ganz kurzen Verpflegungspause im Stehen vor der Steigung machte ich erst etwa 11 km vor Belgrad nochmal eine Pause an der Donau und setzte mich das erste mal auf etwas anderes als mein Fahrrad.

Die Pause hatte sich gelohnt, denn die Ankunft in Belgrad war etwas komplizierter. Gemäss offizieller EuroVelo Route sollte man auf der Brücke, welche in die Stadt führt, einen Lift nehmen können, der auf die darunter liegende Promenade führt. Da dieser aber ewig nicht kam – ich wartete 5 Minuten, weil stand dass er nur alle 5 Minuten fährt – entschied ich mich für eine Alternative. Da ich auf die schnelle nichts besseres fand war dass dann eine Treppe. Schlussendlich kam ich aber gut und ohne Probleme bei meiner Unterkunft an. Und das in deutlich weniger Zeit als gestern, obwohl ich nur 6 km weniger weit fuhr und dabei mehr Höhenmeter hatte. Der Tag machte so richtig Spass und die Mini-Krise von gestern scheine ich überwunden zu haben. Trotzdem mache ich morgen gerne den geplanten Ruhetag und schau mir die Stadt und die veganen Restaurants an.

Bereits gestern hatte ich übrigens schon kurz nach Start, etwa an der kroatischen Grenze, die Hälfte der geplanten Strecke bis Istanbul absolviert. Es geht also vorwärts.


2 Antworten zu «Tag 016 – Ilok – Belgrad (149.04 km / 650 hm)»

  1. Avatar von Jiabin
    Jiabin

    果然,今天的天气变得温柔了一点😉 为你开心,行程进展得很顺利!你太棒了!
    明天好好玩儿,期待你的游玩儿体验和美食分享😋

  2. Avatar von Jiabin
    Jiabin

    今天的云好漂亮,特别是在田野里,开花的果树那里。

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