Ab in den Süden…
Heute hiess es zuerst einmal, Abschied zu nehmen. Und das war gar nicht so leicht. Julia und Balazs sagten mir mehrmals, ich könne so lange bleiben, wie ich möchte. Nochmals vielen Dank für die tolle Gastfreundschaft und wir sehen uns wieder. So wurde es zwar etwas später als geplant mit der Abfahrt, doch kurz nach 10 rollte ich los.
Glücklicherweise hatte ich sehr gut und auch lange geschlafen, so fühlte ich mich im Gegensatz zu gestern gut erholt. Und so machte auch das Radfahren wieder mehr Spass. Nach etwas mehr als einer Stunde war ich am anderen Ende von Budapest und jetzt ging es wieder auf’s Land. Die Route war zwar zwischendurch ausgeschildert, aber ohne mein GPS (oder einer Karte) hätte ich den Weg nicht gefunden. Einmal war die «Strasse», wenn man das noch so nennen darf, so schlecht, dass ich mich ernsthaft fragte, ob das wirklich der Weg war. Doch dann kamen mir zwei Fahrradfahrer entgegen – anscheinend also schon.
Die Donau fliesst hier sehr langsam, denn es gibt auch fast kein Gefälle mehr. Der Höhenunterschied zwischen Start und Ziel waren noch etwa 20m. Die Donau war nun gesäumt von kleinen Häuschen, wobei ich mir nicht sicher war, ob diese wirklich durchgehend bewohnt sind oder nur als Wochenend- und Ferienresidenzen dienen. Vielleicht auch beides. Typisch waren auch die vielen kleinen (privaten?) Plattformen über dem Wasser, auf denen Bänke waren oder welche für die Einwasserung für verschiedene Wassersportarten genutzt wurden. Auf einer solchen Plattform machte ich Mittagspause. Ich hoffe mal, das war erlaubt. Gestört hat es anscheinend niemanden.
Etwas weniger schön als die schmucken kleinen Häuschen am Fluss war nun aber der Weg. Nach meiner Mittagspause führte dieser entlang dieser kleinen Häuschen und der Donau richtung Süden. Die Strasse (nicht geteert) war allerdings so übersäht mit Unebenheiten und Schlaglöchern, dass ich etwa 45 Minuten lang nur noch stehend gefahren bin, also eher BMX als etwas anderes. Bei durchschnittlich mehr als einem Schlag pro Sekunde hätte alles andere auch keinen Sinn ergeben. Dagegen war die geteerte Strasse, auf welcher ein Schild auf 5 km lange Unebenheiten hinwies, gerade noch super zum fahren.
Doch es kam noch schlimmer: Nach einer kurzen Erholungsphase – die Strasse war für ein paar Kilometer geteert und ohne grosse Unebenheiten – führte die offizielle Route der EuroVelo 6 über eine Wiese – als Strasse kann man das nun wirklich nicht mehr bezeichnen – auf der sich ein Grasbüschel ans andere reihte und auch der einzige ein bisschen ausgefahrene Pfad war so voller Unebenheiten, dass ein vorwärtskommen fast nicht mehr möglich war. Bei sehr hohem Aufwand resultierte eine Geschwindigkeit von 12-13 km/h. Dass sowas noch eine offizielle Fahrradroute ist, erstaunt mich sehr. Bei der nächsten Möglichkeit nahm ich deshalb eine andere Route. Als ich mit Google Maps nach einer Route Richtung Süden suchte, war die EV6, auf der ich bereits war, nicht mal eine Option. Google Maps kennt den Weg also nicht mal. Das sagt eigentlich auch schon alles.
Die von Google vorgeschlagene Alternative war teilweise auch nicht so der Hit, etwa gleich wie vorher die BMX-Strecke, also entschied ich mich, die Hauptstrasse zu nehmen. So viel Verkehr hatte es nicht und nun konnte ich wieder gemütlich Richtung Süden rollen. Die Geschwindigkeit lag nun bei 26-27 km/h bei deutlich tieferem Puls als vorher für 12-13 km/h.
Trotz allem fühlte ich mich heute wieder deutlich besser als gestern. Aufgrund der späten Abfahrt und der teils prekären Strassensituation kam ich erst um etwa 17:30 in Harta an. Vor 18 Uhr ist für mich aber voll in Ordnung, das ist auch noch bei Tageslicht, auch wenn hier die Sonne etwa eine halbe Stunde früher untergeht als in der Schweiz – so weit bin ich bereits gefahren. Doch gleichzeitig werden auch die Tage länger.















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