Von der Steppe in die Zwei-Millionen-Metropole

Die zweite Nacht im Zelt war ganz ok. Nicht, dass ich super geschlafen hätte, denn ich bin einige Male aufgewacht, aber nach der WC-Pause um sieben Uhr morgens – als ich mich noch halb gerädert gefühlt hatte – konnte ich mich nochmals richtig entspannen für eine Stunde lang, bis ich Aufstand. Zur dafür notwendigen Ausrüstung gehörten für mich Oropax und Schlafmaske.

Einigermassen frisch frühstückte ich und packte dann meine sieben Sachen – das brauchte Zeit, denn so geübt bin ich noch nicht beim erst zweiten Mal – bis ich um viertel nach Zehn bereit war für die heutige Etappe. Davor gab es aber noch ein Selfie mit dem so netten Tankwart – vielen Dank nochmals für alles. Übrigens hatte ich sogar ein positives Hunde-Erlebnis: Ein Hund schlief ziemlich nahe bei meinem Zelt, bellte mich aber kein einziges Mal an und verhielt sich total friedlich. Ausser als er irgend eine Gefahr zu erahnen meinte – da stellte er sich zwischen Zelt und angeblicher Gefahr und bellte, als ob er mich beschützen möchte. Auch sowas gibt’s also mit fremden Hunden.

Die Etappe begann relativ aufregungslos so wie sie gestern endete: Steppe und fast flach bis zum Horizont, glücklicherweise heute mit sehr schwachem Wind. Nach einigen Kilometern waren dann ganze Hügelzüge violet gefärbt, es blühte überall, fast schon kitschig.

Nach 30 Kilometern holte ich verpasstes nach und rieb Sonnencreme ein. Auch wenn die Temperatur bei angenehmen 21 bis 22 Grad war, so war die Sonne doch ziemlich stark.

Einige Kilometer auf und ab weiter – heute allerdings nie unter etwa 750 m.ü.M. – erreichte ich die Grenze vom Bezirk Almaty. Nachdem bisher relativ wenig Verkehr war, nahm dieser nun spürbar zu – und das bereits 45 km vor dem Zentrum.

Ab etwa 25 km vor meinem Hostel fing dann der Kolonnenverkehr in die Zwei-Millionen-Metropole an. Meine Konzentration liess etwas nach und so machte ich zur Sicherheit nochmals eine Pause.

Danach ging’s ganz gut bis zum Etappenziel. Einzig meine Oberschenkel spürte ich den ganzen Tag ein wenig, wohl von gestern. Doch es gelang mir ganz gut, heute sehr entspannt und ohne merkliche Anstrengung zu fahren – aktive Erholung nennt sich das. Gut vorwärts gekommen bin ich trotzdem, denn schon um 16:45 war ich beim Hostel, trotz der eher späten Abfahrt.

Ich machte mich nochmals daran, meinen Lenker zu flicken und dies gelang mir etwas besser als beim letzten Mal. Mal schauen, wie lange es diesmal hält.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, meine weitere Reiseroute zu planen und in ein indisches Restaurant zu gehen. Da gab’s ganz viel Auswahl an veganen Gerichten. Der Kellner meinte noch ich hätte ganz schön viel Essen bestellt was auch stimmte, doch ich habe alles restlos aufgegessen und es richtig genossen.


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