Sadullah
Für heute habe ich mir wieder mal etwas mehr Kilometer vorgenommen. Bis Samarkand sind es 260 bis 270 km, was ich gerne in 2 Tagen fahren möchte. Der Start erfolgte um kurz nach 11 etwas spät aber aufgrund des gestrigen langen Abends war das absehbar. Zuerst ging es nochmals an den Sehenswürdigkeiten der Altstadt vorbei. Am Anfang hatte ich ständig das Gefühl, nach einem Ruhetag wieder zu fahren. Dabei bin ich ja gestern erst in Buchara angekommen – habe seither aber eben viel erlebt.
Aus der Stadt heraus gab es etwas viel Verkehr, doch es waren sehr gute Strassen und teilweise sogar schön mit Blumen verziert. Und die schattenspendenden Bäume zeugten ebenfalls davon, dass ich nicht mehr in der Wüste war. Auch Fahrradfahrer sah ich wieder mehrere. Als ich einen von ihnen überholte, tauchte er plötzlich wieder auf meiner Höhe auf der linken Seite auf – er wollte sich anscheinend nicht abhängen lassen. Wir konnten uns zwar kaum verständigen doch so ganz wenig Information floss trotzdem zwischen uns und ich fand heraus, dass er Sadullah heisst. Er fuhr einige Kilometer mit mir mit, bis er auf eine andere Strasse abbog. Wir lachten fast die ganze Zeit und hatten ein Gaudi zusammen – ein Riesenspass, «wheely good times» eben ;-).
Schon mit Sadullah hatte ich Gegenwind, doch der wurde gefühlt immer stärker. Und manchmal war der Wind so stark, dass ich noch mit elf oder zwölf Kilometern pro Stunde unterwegs war. Da fing wieder das Kopfkino an: «So schaff ich es nicht, vor Dunkelheit die gewünschten Kilometer zu fahren» etc. Da hilft vor allem eines: Einfach weiter treten und schauen was passiert. Und da meine Strasse einen Bogen machte, der Wind aber die Richtung hielt, wurde aus dem Gegenwind je länger je mehr Seitenwind und es ging mit der Zeit wieder besser voran.
Heute sah ich seit langem wieder Berge am Horizont, die Sicht war klar und entsprechend weit konnte ich sehen. Es war zwar 28 Grad warm, doch mit dem Wind fühlte sich das angenehm an. Immerhin ein Vorteil des Windes.
Etwa zwanzig Kilometer vor meinem Etappenort hielt wieder einmal ein Auto vor mir an und der ausgestiegene Fahrer forderte mich zum anhalten auf. Der schick angezogene Herr wollte wie so viele wissen, woher ich bin. Nachdem ich antwortete, machte er ein Zeichen, das wohl hiess «warte kurz». Er nahm ein Brot aus dem Kofferraum, schenkte es mir und bedankte sich bei mir – keine Ahnung für was – stieg wieder ins Auto ein und fuhr davon.
Vielleicht hat diese Grosszügigkeit mit einer der fünf Pflichten im Islam – der Almosenabgabe – zu tun. Jedenfalls ist es immer eine riesige Freude für mich, beschenkt zu werden und ich fühle mich dadurch sehr willkommen. Dieses schöne Gefühl ist für mich viel wichtiger als das Geschenk selber.
Um 19 Uhr war ich dann auch schon bei einem Hotel, wo ich Unterschlupf fand – ist also alles wieder gut gekommen.









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