Rumänien
Heute Morgen hatte ich wohl verschlafen. Als ich aufstand war es bereits halb Zehn. So lange ist es mir zwar gar nicht vorgekommen, aber ok, immerhin fühlte ich mich erholt. Bis ich losfuhr war es dann halb Elf. Eigentlich wollte ich etwas früher los, um zu vermeiden, dass es wieder so knapp wird wie gestern.
Doch heute hatte ich einen guten Start. Afangs gab es zwar noch ein paar einzelne Regentropfen, doch es regnete nie wirlich und hörte dann ganz auf. Im Nu war ich bei der Donau-Brücke Vidin-Calafat und nach der Überquerung dieses im Juni 2013 eröffneten Riesenbauwerks auch schon in Rumänien. Später lernte ich, dass die Donau hier 1 km breit ist. Nichts mehr von kleinem Fluss, wie ich ihn in Deutschland angetroffen hatte.
Nach der Überquerung der Brücke hatte ich wieder ein komisches Gefühl was mein Hinterrad anbelangt – und tatsächlich war der Luftdruck etwas tief. Ich hoffte, dass es reicht, etwas Luft nachzupumpen und fuhr danach weiter.
Nachdem ich Calafat kurz angeschaut hatte ging es alles auf derselben Strasse bis Bechet und die Kilometersteine zeigten mir an, wie weit es noch war. Es ging flott voran, denn ich hatte ziemlich kräftigen Rückenwind. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich allerdings wieder, dass ich zu wenig Luft im Hinterreifen hatte. Die Reperatur gestern war wohl doch nicht erfolgreich. Ich hatte ja auch ein mulmiges Gefühl gehabt. Da kam das kleine Bus-Wartehäuschen am Strassenrand gerade gelegen: Hier konnte ich mich gut einrichten, wäre auch bei allfälligem Regen geschützt und konnte mich so meinem Hinterrad widmen. Dieses Mal flickte ich den Pneu allerdings nicht, sondern ersetzte ihn direkt mit einem Ersatzpneu, welche ich ja auch noch dabei hatte.
Ab jetzt gings noch flotter Richtung Osten, denn der Rückenwind war immer noch beständig und die Reifen nun auch beide Prall mit Luft gefüllt. So bin ich fast über den Asphalt geflogen, denn die Strassen waren auch sehr gut. Und auch wenn es eine normale öffentliche Strasse und kein Fahrradweg war, war es angenehm zu fahren, denn der Verkehr hielt sich sehr in Grenzen und die wenigen Autofahrer überholten mit viel Abstand.
So zeigte mein Fahrrad-Computer nach vier Stunden fahrt schon mehr als 100 zurückgelegte Kilometer an. Und kurz darauf war ich schon in Bechet, ziemlich genau um 16 Uhr Ortszeit, also 15 Uhr in der Schweiz. Schön, dass es auch solche Tage gibt, an denen es einfach wie von selbst läuft.
Später fand ich übrigens noch heraus, dass ich eben doch nicht so speziell lange geschlafen hatte, das einzige was ich verschlafen hatte war die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit. So hatte ich innerhalb von 24 Stunden gleich zwei Stunden «verloren». Umso schöner, dass ich trotzdem schon um 16 Uhr ankam und mich nun gut erholen kann für die morgige Etappe.














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