Eisernes Tor
Heute ging es alles der Serbisch-Rumänischen Grenze entlang und dabei gab es einen Höhepunkt der gesamten Donauroute: Das Eiserne Tor gilt als einer der imposantesten Taldurchbrüche Europas.
Am Morgen ging’s etwas später los, als ich ursprünglich wollte. Denn als ich abfahren wollte, merkte ich, dass ich im vorderen Pneu fast keine Luft mehr hatte. Merkwürdig. Also pumpte ich diesen wieder auf seine 4 Bar und überprüfte dann zur Sicherheit auch gleich den hinteren Pneu. Da «fehlten» nur 0.5 Bar, welche ich auch noch nachfüllte, wenn ich schon dabei bin. Um kurz vor neun ging’s dann doch noch los. Angesichts der langen Etappe und der zu erwartenden Höhemeter eher spät.
Am Anfang war das Wetter zwar noch trocken, doch es windete wieder extrem, so dass ich kaum vorwärts kam. Geduldig rollte ich weiter, immer mit dem Vorderpneu im Hinterkopf, den musste ich heute beobachten.
Nach etwa 24 km kam die schmucke Festung Golubac. Kurz davor traf ich aber noch zwei Radreisende – es waren Beatrix und Hartmut aus Berlin. Sofort kamen wir ins Gespräch, doch Beatrix wollte eigentlich weiter. Da Hartmut unbedingt noch meine Fahrradpumpe vorgeführt sehen wollte, zog Beatrix alleine los. Bis wir zwei ihr dann folgten dauerte es noch eine Weile, so viele Anekdoten und Geschichten hatte der Hartmut auf Lager. Als wir dann doch noch weiter fuhren, kam uns Beatrix entgegen, ich sagte nur «Wir kommen ja schon» und grinste.
Bei der Festung bat ich Hartmut noch ein Foto mit der Festung und mir zu machen, was er gerne machte, doch auch das brauchte wieder Zeit und die nächsten Geschichten wollten erzählt werden. Echt unterhaltsam und amüsant. Da ich etwas schneller unterwegs war, hängte ich Hartmut bei der Weiterfahrt ziemlich schnell ab und schloss zu Beatrix auf. Nun unterhielt ich mich noch ein wenig mit ihr, während wir weiter rollten. Ich bin sehr dankbar für die einmal mehr tolle Begegnung, Beatrix und Hartmut sind zwei Herzensgute Menschen und es macht immer Spass, solchen zu begegnen. Hartmut hat mich übrigens auch schon nach Berlin eingeladen, und meinte, falls ich auf der Reise ein Problem habe, soll ich ihn einfach anrufen, er habe schon viel erlebt und könne bestimmt weiterhelfen. Einen Stock hat er übrigens auch dabei, auch sie hatten ihre Erfahrungen mit Hunden gemacht.
Nach etwa 38 Kilometer war es vorbei mit der Trockenheit: Es fing ganz leicht an zu regnen, doch der Regen wurde immer stärker. Dafür wurde der Wind immer schwächer – ausgleichende Gerechtigkeit nennt man das wohl!? Doch ich sagte mir immer wieder: Ich kann mich nicht über das Wetter beklagen. Am 19. Tag das erste mal Regen (mal abgesehen von den 15 Minuten rieseln auf der Etappe nach Wien), das ist schon fast unglaublich.
Und als ich durch das Eiserne Tor fuhr fragte ich mich: Wann ist eine Landschaft wirklich schön und beeindruckend? Und gab mir selber zumindest für heute die Antwort: Wenn sie auch bei Regen noch schön und beeindruckend aussieht. Und das war sie. Es hat also trotz etwas mehr als 100 km im Regen – er hörte bis zum Schluss nicht mehr auf – Spass gemacht, hier durchzufahren.
Auch die Strassen waren heute überall gut, ausser bei einem kleinen Abstecher von der Hauptstrasse zu irgendwelchen archäologischen Stätten. Die Strasse führte dort zuerst steil hinunter in eine Schlucht mit einem kleinen Fluss, dann um eine Ecke rum war plötzlich die gesamte Strasse weggespült und nur ein Haufen sehr grober Kies – wohl als Übergangslösung – war als Ersatz da. Ich war so verblüfft, dass ich glatt vergessen habe, ein Foto davon zu machen. Allerdings war ich auch beschäftigt damit, irgendwie die Stelle zu passieren.
Schlussendlich hatte ich heute also etwa zwei Stunden Wind und etwa fünfeinhalb Stunden Regen. Dieser störte mich aber gar nicht so sehr, nur schade, dass die Sicht irgendwann auch nicht mehr so gut war. Hauptsache mir war warm genug und das war es auch: Solange ich mich im üblichen Pulsbereich bewegte, hatte ich nur leicht kalte Hände. Entsprechend machte ich halt nur ganz kurze Verpflegungspausen ohne mich hinzusetzen und ging jeweils sofort weiter, bevor mir kalt wurde. Bei der Unterkunft angekommen war ich dann trotzdem sehr froh um die warme Dusche und die Möglichkeit, meine Kleider zum Trocknen aufzuhängen. Ich fragte mich, wie das mit Zelten wohl wäre, wenn so viele Kleider zu trocknen sind und ich mich selbst gleichzeitig aufwärmen wollte. Vorerst bin ich mal einfach froh, in einer Unterkunft zu sein.
















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