Willkommen in der Slowakei
Heute Morgen bin ich früh gestartet, weil ich einige Kilometer geplant hatte. Bereits um kurz nach 07:30 Uhr stürzte ich mich in den Wiener Morgenverkehr. So schlimm war’s allerdings nicht – Wien ist echt eine klasse Stadt zum Fahrrad fahren. Und nach 2 km war ich auch schon wieder raus aus der Stadt und zurück auf dem Radweg. Hier hatte es kaum Verkehr, nur ein paar Pendler, die auch bei 4 Grad Celsius mit dem Fahrrad zur Arbeit gehen. Da ich das (obligate?) Start-Foto vergessen hatte, holte ich das jetzt am Ufer der Donau mit Blick zurück nach Wien nach.
Danach ging es zuerst an den Ölreserven Wiens vorbei und danach durch ein Naturschutzgebiet auf einer gefühlt unendlich langen Geraden. Das war fast so monoton wie das Wetter – es war zu Beginn des Tages keine Wolke am Himmel zu sehen. Als Abwechslung kam dann mal eine Brücke und ein Schild, welches die Veloweg-Situation zu erklären versuchte – ich war froh hatte ich die Route auf meinem Fahrrad-Computer abgespeichert, die Grafik verwirrte mich.
Nach der einzigen kleinen Steigung des Tages konnte man in der Ferne bereits Bratislava sehen – und weit weg davon war ich auch nicht mehr. Als dann neben der Autobahn Plötzlich Schilder auftauchten, auf denen kein Deutsch mehr stand, fragte ich mich, ob ich denn nun schon in der Slowakei war. Beim nächsten Wegweiser der komplett auf Slowakisch war gab’s auch noch eine Karte und der Fall war klar: Ich hatte die Grenze bereits überschritten, ohne es zu merken. Das gibt’s wohl auch nur in Europa!?
Gegenüber der Burg von Bratislava in einem Park an der Donau machte ich meine erste längere Pause. Noch etwas mehr als 100 km ab jetzt. An der Stadt selber führte die EuroVelo Route 6 vorbei, insbesondere von der Brücke über die Donau sah man aber die Wolkenkratzer. Bald war ich wieder an der Donau und die nächste schier endlose Gerade erwartete mich. Wirklich abwechslungsreich ist anders. Schön war’s aber trotzdem – wenn da nur der Gegenwind nicht gewesen wäre. Dieser begleitete mich mit wenigen Unterbrüchen bis nach Komárno.
Das Hauptproblem beim Gegenwind für mich ist, dass er mich animiert, zu schnell zu fahren. «Dem zeig ich’s!» oder so ähnlich. Ich beruhigte mich aber wieder ein wenig und mein Puls sank wieder in vernünftige Regionen. So richtig entspannen kann ich mich bei Gegenwind allerdings noch nicht, da habe ich definitiv noch Potential. Als dann einmal die bisher so gute Strasse noch zur Schotterpiste der Sorte «Horror» verkam – schneller als etwa 15 km/h fahren war nicht möglich, weil es dermassen uneben und voller Steine war, obwohl mein Fahrrad sonst sehr leicht über Schotter rollt – bahnte sich bei mir eine kleine Krise an. Zum Glück war da eine geteerte Autostrasse, die ziemlich genau parallel verlief. Bei aller Liebe zur EuroVelo 6 verliess ich diese nun so lange diese Strasse in die gleiche Richtung führte. Alle 3-4 Minuten ein Auto, welches überholt, war definitiv viel erträglicher.
Als die Strasse in eine komplett andere Richtung führte, nahm ich die nächste Auffahrt zurück auf den Hochwasser-Schutzdamm, wo die EuroVelo 6 war. Meine Erleichterung war gross, als ich sah, dass diese nun wieder geteert war. Es blieb der Gegenwind. Langsam aber sicher wollte ich noch eine zweite Pause machen. Es bot sich aber keine Stelle wirklich an, nirgends eine Bank, wo ich mich setzen könnte und den Blick auf den Wald hatte ich auch langsam gesehen. Doch dann kam plötzlich doch noch eine «Raststätte», inklusive Fahrrad-Servicemöglichkeit. So machte ich erst etwa 20 km vor Komárno nochmals eine Pause. Eine gute Stunde gegen den Wind später war ich beim Hotel – erfreulicherweise schon um viertel nach vier. Übrigens: Gestern war noch alles Deutsch, heute sprach die Rezeptionistin nicht mal Englisch. Auch angeschrieben ist hier alles auf Slowakisch und Ungarisch – die Donau ist schliesslich die Grenze zu Magyarország. Die deutsche Einkaufskette Lidl gibt’s hier zwar auch, doch eines der Produkte meines Einkaufs war auf alle möglichen Sprachen angeschrieben (darunter Estnisch, Litauisch, Slowakisch, Ungarich, Rumänisch, Bulgarisch, Griechisch und sonst noch 3 Sprachen, die ich an der Abkürzung nicht erkennen konnte), nur nicht Deutsch oder Englisch. Willkommen in der Slowakei :-).




























-

Tag 012 – Komárno – Budapest (136.5 km / 382 hm)
Schon geht’s weiter nach Ungarn Heute Morgen hatte ich Mühe, meinen Rhythmus zu finden. Letzte Nacht haeb ich aus irgend einem Grund nicht so gut geschlafen. Und wahrscheinlich hatte ich etwas zu…
-

Tag 011 – Wien – Komárno (169.58 km / 273 hm)
Willkommen in der Slowakei Heute Morgen bin ich früh gestartet, weil ich einige Kilometer geplant hatte. Bereits um kurz nach 07:30 Uhr stürzte ich mich in den Wiener Morgenverkehr. So schlimm war’s…
-

Tag 010 – Wien (Ruhetag)
Meng Heute habe ich mich gut ausgeruht. Das Highlight war das Treffen mit meiner Freundin Meng. Sie kam mich am Morgen bei meinem Hotel abholen und wir verbrachten den Tag zusammen bis…

Schreiben Sie einen Kommentar