Der Wind ist schwächer, aber noch immer Gegenwind
Wie gestern erwähnt war heute der Plan die etwas mehr als 150 km nach Zhangye zu fahren. Dafür bin ich früh ins Bett gegangen und heute bereits um 06:00 aufgestanden. Bis ich alles gepackt hatte und Nudeln zum Frühstück gegessen hatte verging aber doch einige Zeit und so fuhr ich erst kurz vor 07:30 los.
Anfangs dachte ich noch es sei tatsächlich windstill, doch bald merkte ich, dass dem nicht so war und ich noch immer Gegenwind hatte, zum Glück aber nicht so stark wie gestern.
Zuerst ging’s hoch und das Tempo war entsprechend tief. Ich hatte gestern Abend spät gegessen und heute morgen schon wieder gefrühstückt – ohne auf eine 150-Kilometer-Tour aufzubrechen wäre wohl nicht gut gekommen – und das Essen lag etwas auf, ich hatte leichte Magenschmerzen. Doch das wurde je länger je besser und nach 2 Stunden merkte ich nichts mehr davon.
Auf der Abfahrt machte ich wieder etwas Zeit gut auf den stets angestrebten 20 km/h-Schnitt und war damit beruhigt, dass ich auch heute nicht allzu spät ankommen sollte.
Unterwegs traf ich zwei chinesische Radfahrer, die sich übrigens kannten, aber heute nicht mehr zusammen unterwegs waren. Der erste gab mir Getränke als Geschenk welche Zucker und Salz enthalten, speziell für sportliche Aktivitäten – danke dafür!
Nach über 90 km machte ich doch noch eine «richtige» Pause in der ich mich hinsetzte und etwas ass. Etwas mehr Pausen würden wohl nicht schaden, doch heute war ich besorgt, dass es immer heisser werden wird und wolte deshalb schnell vorwärts kommen.
Apropos: Nach etwa 120 km durfte ich wieder einmal erleben, wie es ist, ohne Gegenwind zu fahren – das erste mal seit etwa 200 km – und dachte nur wie schön doch Radfahren ist. So kam ich schnell vorwärts in die Stadt mit viel Wasser und noch mehr Einwohnern – etwas mehr als eine Million – und war um 16:19 bei meinem Hotel. Dies also nach 8 Stunden und 51 Minuten, wovon ich 7h45min im Sattel war.
Ich fühlte mich besser als gestern nach der Ankunft und freute mich sehr, diese lange Etappe so gut geradelt zu haben. Immerhin waren es am Schluss auch 35 Grad, frieren musste ich also nicht. Anscheinend habe ich mich etwas besser an die Hitze gewöhnt.
Heute habe ich ausserdem gelernt, dass die G312 auf der ich schon viele Kilometer gefahren bin, von Khorgas bis Shanghai geht. Ich kann also einfach dieser Strasse folgen, um zum Ziel zu kommen. Irgendwann während der Fahrt habe ich die Zahl 2900 neben dem G312-Schild gesehen und einen Kilometer später 2899 – so weit dürfte es also noch sein bis Schanghai, zumindest auf dieser Route.



















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