2. Tag in der Wüste

Heute morgen bin ich um vier oder so das erste Mal aufgewacht, da war es schon hell. Ich zog die Schlafmaske über und schlief weiter. Um Sechs oder so wachte ich auf und hörte Regen. Ich bin in der Wüste und es regnet – nichts Neues ;-). Ich dachte ein kurzes bisschen schlaf ich noch, doch als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war schon fast neun Uhr. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber auch gut. Meinen Schlafsack hatte ich gar nicht ausgepackt, ich legte mich einfach auf die Isomatte und deckte mich mit meiner Jacke zu. Das war warm genug bis ich am frühen Morgen die Jacke anzog. Kurz vor neun war es dann trotz für hier verhältnismässig tiefen Temperaturen ziemluch warm und wohl mit ein Grund, dass ich aufwachte.

Ich ass etwas, packte all meine Sachen und fuhr um zehn vor zehn los. Ich hatte wieder hauptsächlich Gegenwind – der mir entgegenkommende Wang konnte einem Leid tun – bis etwa zehn Kilometer vor der zweiten Service Station. Von da kam der Wind seitlich und nun spickte es mich wieder fast über die Fahrbahn, wenn ein Lastwagen entgegenkam. Und Lastwagen hat es viele hier.

Ziemlich genau um 14 Uhr war ich bei der Raststätte und nahm mir wieder viel Zeit um zu Essen und mich zu erholen.

Gemäss Wang gibt’s zwischen hier und Dunhuang keinen Mobilfunkempfang mehr – bisher waren alle paar Kilometer Mobilfunkantennen mit Solarpanels zu sehen. Doch auch heute Abend hatte ich mitten in der Wüste Empfang.

Nach der langen Pause ging’s so weiter, wie es vorher aufgehört hatte: Mit sehr starkem Seitenwind und das etwa 25 km lang. Danach machte die Strasse einen Richtungswechsel um 90 Grad und ich hatte sehr starken Rückenwind. Damit fuhr ich selbst die leicht ansteigende Strasse ganz locker mit 25 km/h hoch. Sehr weit fuhr ich nicht mehr, dann hatte ich meinen Platz für die Nacht gefunden. Einige Meter nach einer Raststelle für Lastwagen – ein Lastwagenfahrer streckte mir da zwei Fläschen Wasser entgegen – fand ich eine etwss grössere Unterführung als gestern wo sogar mein Zelt Platz hat welches ich aufgrund des Windes auch aufstellte. Die Strasse macht nach kurzer Zeit eh wieder einen Bogen und auf nochmals Seitenwind konnte ich verzichten – morgen früh solls praktisch windstill sein. So werde ich zwar morgen etwas mehr Kilometer haben als heute, doch ich bin heute fast nur nach oben gefahren auf fast 1700 m.ü.M. und diese Höhenmeter fahre ich morgen wieder runter – Dunhuang liegt auf etwa 1150 m.ü.M.

Als ich mich fertig eingerichtet hatte wurde es schon bald dunkel und ich sah beim Abendessen den Mond, so wie eine Lichterkette der Lastwagen, die noch unterwegs waren – natürlich auch dank der 90-Grad-Kurve.


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