Etwas am Limit was die Hitze betrifft
Ich habe gestern Nacht sehr schlecht und wenig geschlafen. Einerseits wurde es viel später als gedacht – ich war wie (fast?) immer zu optimistisch, andererseits konnte ich nicht einschlafen, als ich kurz nach Mitternacht endlich schlafbereit auf dem Bett lag. Mindestens bis 2 Uhr schlief ich nicht und danach wachte ich erst noch immer wieder auf, bis um 6 der Wecker losging. Zum Glück hatte ich an den zwei Ruhetagen reichlich geschlafen.
Nach dem packen gingen wir zu einem Restaurant nebenan Frühstücken, alles etwas umständlich und zeitraubend, so stiegen wir dann erst um kurz nach halb acht in unsere Sättel. (Wenn ich beispielsweise Resten des Vortages gegessen hatte, schaffte ich es auch schon in weniger als einer halben Stunde vom Weckruf bis zur Losfahrt – heute ging’s über eine Stunde länger).
Unser Hotel war schon am Stadtrand, trotzdem war der Veloweg ganz aus der Stadt ein ziemliches Zick-Zack – und es war von Anfang an zu heiss, um irgendwo stehen zu bleiben, Fahrtwind war für die Kühlung essentiell.
Mit Fahrtwind ging’s allerdings zumindest anfangs noch recht gut, vor allem wenn es Schatten hatte. Bereits um etwa 9 Uhr sahen wir einen Lastwagen auf der Gegenfahrbahn, der Wasser zur Kühlung versprühte. Ich dachte es ist noch etwas früh, denn es würde noch viel heisser werden – aber wieso auch nicht.
Kurz nach der Hälfte der geplanten Kilometer machten wir bei einem unscheinbaren kleinen Restaurant halt. Es war zwar erst 11 Uhr, doch ich brauchte dringend eine Pause zur Kühlung. Zuvor hatten wir nur einmal kurz angehalten und dabei war mein Puls höher gestiegen, als vorher beim fahren. Also wollte ich rasch weiter. Doch danach ist mein Puls bei weiterhin möglichst entspanntem fahren je länger je mehr angestiegen und in einen Bereich gekommen, den ich normalerweise als zu hoch anschauen würde. Anstrengend war’s überhaupt nicht, aber sehr heiss.
Im klimatisierten Restaurant assen wir etwas und liessen uns Zeit, abzukühlen. Jetzt merkte ich, dass ich etwas am Limit war, mein Herz pochte ziemlich intensiv. Vielleicht auch wegen des wenigen Schlafes, denn Wenxin schien die Hitze besser zu ertragen. Ich legte mich auch noch einige Minuten auf eine Bank, um komplett zu entspannen.
Nach der Pause ging’s viel besser und ab jetzt war es auch topfeben, die kleinen Hügel – der höchste 70 m.ü.M. – waren vorbei. Nach etwa 73 km bogen wir wieder auf die altbekannte G312 ein und nun sah ich das erste Mal Schanghai auf einem Strassenschild. Was für eine Freude!
Ich wollte nochmals eine Kühl-Pause machen und die zweite Hälfte nicht wie die erste fast durchfahren. Das machten wir dann auch bei einem Tankstellenshop etwa 23 km vor dem für heute gebuchten Hotel. Ich fühlte mich noch nicht so am Limit wie vor der Mittagspause, aber die Pause war nötig und hat gut getan. Ausserdem waren die beiden Tankstellenwarte sehr süss und hatten sich ganz nett um uns gekümmert. Das sind die Eindrücke, die mir ins Herz gehen und am besten in Erinnerung bleiben. Wenxin schien die Hitze weniger auszumachen und ich dachte, dass ich wohl wegen zu wenig Schlaf etwas weniger belastbar war heute. Doch dann schaute ich auf mein Mobiltelefon und erblickte die aktuelle Temperatur: da stand 35 Grad, gefühlt wie 43 Grad. Es war wohl doch nicht nur der Schlafmangel sondern wirklich einfach richtig heiss mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit!
Die letzten knapp 23 km gingen dann aber ganz gut, wir kamen ohne Probleme um 14:38 beim Hotel an. Und doch merkte ich auch am Nachmittag beim ausruhen im Hotel, dass der heutige Tag etwas am Limit war. Ich musste dringend etwas nachschlafen, um für die morgige Etappe ready zu sein, was ich auch machte. Denn morgen wird es eher noch ein bisschen heisser als heute, doch dann möchte ich etwas mehr Kühlpausen machen, die haben sehr viel gebracht!












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