Es ist heiss und ich bin müde
Wenn man nur den Wetterbericht berücksichtigt hätte, hätten wir heute früher aufbrechen müssen, den es waren 36 bis 37 Grad angesagt. Doch nach mehreren kurzen Nächten konnte die letzte nicht auch schon wieder zu kurz werden.
So fuhren wir nach einem reichhaltigen Frühstück erst um halb zehn los. Nachgeschlafen hatte ich aber auch nicht und so fühlte ich mich nicht wirklich erholt und hatte auch leichte Kopfschmerzen. Mit auf den Atem achten und genug trinken konnte ich mich aber entspannen und hatte bald keine Schmerzen mehr.
Heiss war es aber sehr und heute machte mir die Hitze viel mehr zu schaffen als gestern. Wenxin meinte es sei etwa gleich wie gestern, was mich erstaunte, aber ich hatte wohl einfach nicht den besten Tag.
Nach 47 Kilometern machten wir unsere Mittagspause – wieder mit heissen, trockenen Nudeln (Re Gan Mian), weil wir diese beide sehr mögen. Und für umgerechnet 1.2 Franken für die grosse Portion sind sie auch sehr erschwinglich.
Nach dem Essen musste ich mich etwas überwinden, weiter zu fahren, ich war einfach zu müde. Ich hatte zwar schon schwierigere Tage, aber dennoch war es so umso schöner, nicht alleine unterwegs zu sein.
Nachdem wir anfangs viel Verkehr hatten, insbesondere auch Lastwagen, führte unsere Route nun einem kleinen Fluss entlang und war deutlich ruhiger. Schon besser als vor der Mittagspause, wenn auch nicht so schön wie gestern. So gingen die Kilometer doch relativ leicht vorbei. Meine Müdigkeit legte sich ebenfalls merklich, nachdem ich Wasset kaufte und mein elektrolythaltiges Sportgetränk verdünnte. Warum ich das nicht wie sonst schon früher machte kann ich auch nicht sagen.
Alles schien also wieder gut und meine Stimmung verbesserte sich sehr. Doch kurz nachdem wir eine Brücke über einen hübschen Fluss überquerten wo wir Fotos machten, war sie wieder im Eimer: Platten. Und das nur etwas mehr als 10 Kilometer vor dem Ziel. Echt nervig. Und dabei wollte ich unbedingt früh ankommen und dann entsprechend früh und lange schlafen. So kamen wir erst kurz vor 18 Uhr beim Hotel an. Immerhin war es auf den letzten Kilometern bereits nicht mehr so heiss wie am Nachmittag.
Dann gab’s zur Abwechslung mal eine positive Überraschung: Das sehr moderne, saubere Hotel, welches Wenxin für umgerechnet 7.20 CHF pro Person gebucht hatte, beinhaltete sowohl Abendessen als auch Frühstück. Dadurch konnte ich nach dem Duschen sofort essen gehen und sparte dadurch viel Zeit. Vielleicht wird’s also doch noch etwas mit früh schlafen gehen.
Dies ist übrigens der erste Abend seit letztem Mittwoch, an dem ich nur mit Wenxin zusammen bin. Und langsam befinde ich mich wirklich auf der Zielgeraden: Noch etwas mehr als 700 Kilometer bis ich in neun Tagen, also am 31. Juli, in Schanghai ankommen möchte. Das scheint gut machbar und damit ich es wieder richtig geniessen kann gehe ich auf ziemlich direktem Weg ins Bett.














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