Eine lange Abfahrt

Abschied nehmen ist immer schwierig, das war auch heute so. Meine lieben Onkel und Tanten meinten ich soll doch noch zwei, drei Tage bleiben. Doch auch wenn es leicht regnete wollte ich heute weiterfahren. Als ich bei diesem Wetter und nur 17 Grad Celsius aufstand, war meine Motivation zwar nicht besonders gross, doch morgen wird es ebenfalls regnen und die Motivation auch nicht grösser sein, also los! Zuerst gab es aber noch jede Menge Essen, welches meine Verwandten für mich gekauft hatten. Mit voller Regenmontur und vollem Bauch ging’s dann kurz nach halb zehn los.

17 Grad tönten kühl, ausserdem stand anfangs ein Anstieg an und es würde tendenziell noch kühler werden. Doch trotzdem war mir anfangs zu heiss und so passte ich meine Kleidung leicht an.

Es wurde dann wirklich kühl und ich hatte etwas kalte Hände, als ich den höchsten Punkt des Tages erreichte. Ansonsten war mir gerade knapp genügend warm, so wollte ich aber nicht anhalten, sondern in Bewegung bleiben.

So kam es, dass ich erst nach 3 h 10 min und 69 km die erste und wie sich herausstellen sollte auch einzige Pause machte. Nun war es schon wieder bedeutend wärmer, auch wenn ich noch immer auf etwas über 1800 m.ü.M. war.

Während der Pause hatte es auch aufgehört zu regnen und bei der Weiterfahrt spürte ich nur noch wenige einzelne Tropfen.

Die Temperatur war nun sehr angenehm und ich merkte wie viel mehr Energie ich hatte, als wenn es super heiss ist. Dies, das ständige Gefälle und seitlicher Rückenwind führten dazu, dass ich über lange Zeit ganz locker radelte und doch fast ständig über 30 km/h auf dem Tacho hatte.

So entschied ich mich schon vor dem anvisierten Zielort, dass ich heute etwas weiter fahren möchte, auch weil da nur ein einziges Hotel war und ich den Preis nicht kannte. Etwa 15 km weiter ist eine Stadt mit unzähligen Übernachtungsmöglichkeiten und wenn’s so locker läuft sind diese zusätzlichen Kilometer im Nu absolviert.

Etwa 20 km vor dem neu gesetzten Ziel verliess ich die G312, auf welche ich heute zurückgekehrt und auf welcher ich viele Kilometer gefahren war. Die kleinere Strasse hatte weniger Verkehr, auch wenn er auf der G312 heute auch sehr moderat war. Darüber freute ich mich aber nur kurz, denn die Strasse hatte so viele Unebenheiten, dass die Fahrt zur Holperpartie wurde, was natürlich auch die Geschwindigkeit reduzierte.

Nichts desto trotz kam ich um kurz vor halb fünf bei meinem Hotel an, nach über 150 km und nur etwas mehr als 6 Stunden im Sattel, was einem Schnitt von mehr als 25 km pro Stunde entspricht. So macht’s super viel Spass, Fahrrad zu fahren und die anfangs etwas widrigen Bedingungen waren längst vergessen.

Am Abend ging ich an die nahegelegene Ausgehmeile essen und genoss die angenehmen 25° C draussen – lange werde ich wohl nicht mehr so tiefe Temperaturen haben am Abend.


4 Kommentare zu «Tag 125 – Guyuan – Jingchuan (154.82 km / 470 hm)»

  1. Avatar von 曹彦斌
    曹彦斌

    中文厉害👍,

  2. Avatar von Bing
    Bing

    wow,I can leave review here,didn’t know it before.The blog has quite comprehensive functions.

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